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Ach, Facebook...

23.02.2014

du hast vielleicht doch Recht. Wenn ich mir deinen Chef so angucke, diesen Zuckerzwerg oder wie der heißt, dann weiß ich auch nicht so genau, was für ein Geschlecht der jezz wieder sein soll.

»Facebook verneigt sich vor der Gendertheorie«, musste ich neulich irgendwo lesen. Das ist so: Im amerikanischen Facebook kann man ab sofort aussuchen, zu welchen der dort festgestellten 560 Geschlechtern man gehören möchte. Was jetzt noch fehlt, wäre eine Art »Gender Change App«, mit der man den zu fühlenden Geschlechtszustand mit Wochentagen verknüpfen kann. Von Freitag bis Montag »TransMale*«, sonst nur »TransMale«, als Beispiel. Das Ganze kann man natürlich dann auch spontan vom eigenen Smartphone aus steuern. Für die der Auswahl angemessene Garderobe muss natürlich der Anwender selber sorgen.

Oh, ich habe durchaus ein offenes Ohr für schräge Ideen! So kann man z.B. in Zukunft genau heraus finden, wieviel Prozent der Facebook-Schafe tatsächlich von dem erschlagenden Gender-Angebot Gebrauch machen. Mal gut, dass Facebook an anderer Stelle seinen Like-It-Minions in Sachen »potenziell sexuelle Inhalte« weniger einladend entgegen kommt. Was ahnen wir: Im Hintergrund geht es mal wieder um die Definitionshoheit in allen Schmuddelfragen (aka political correctness), um eine ganz bestimmten Hang zur Kontrollwut. Kommt einem irgendwie bekannt vor, was?

Aber auch an der Stelle ist es mit den bahnbrechenden Unterhosenthemen noch lange nicht zu Ende, liebe Freunde. Inzwischen ist es nämlich möglich, per 3D-Brille und mittels allerlei futuristischen Masturbationsklapparatismen fast wie in echt in eine virtuelle Welt der Maschinenliebe einzutauchen. Man braucht also zukünftig gar keinen Sexpartner mehr, alles gefühlsecht und sehr individuell einstellbar; und hygienischer wahrscheinlich auch. Das funktioniert sogar mit einer Fernbeziehung. Super Sache. Aber dann hat Facebook natürlich ein Problem und die Liste der geschlechtlichen Zuordnungen liest sich dann - je nach maschineller Vorliebe und/oder Baureihe - wie die Bestellnummern auf einer Amazon-Rechnung. Mir wär das zu kompliziert, ehrlich.

Da Sex und alles, was damit zusammenhängt (wie z.B. falsche Rollenmodelle, Fress- und Magersucht usw) mit den Rollen an einer Frau angeblich sowieso nicht vereinbar sind, drängt sich die Abschaffung von Sex förmlich auf. Zukünftig loggt man sich nur noch bei Fuckbook ein und kann sofort mit seinem Avatar losrammeln. Ohne jemanden aufreißen zu müssen und ohne so lästiges Beiwerk wie »Was ist mit der Zahnpastatube?« oder »Wer macht die langen Haare im Syphon weg?«. Wenn Alice Schwarzer das noch erleben dürfte! Ach, sie ist noch gar nicht tot? Sie hat sich doch nicht mit ihren Bundesverdienstkreuzen erhängt? Schade eigentlich.

Ein Leben mit ohne Partner hat eigentlich nur Vorteile, wenn ich's mir recht überlege. Man kann im Bett so oft furzen, wie man will. Man kann Pornos griffbereit rumliegen lassen. Und man kann im Stehen ins Waschbecken pinkeln (sehr praktisch). Es gibt keine überfüllten Badezimmer-Mülleimer mit wochenlang kompostierten Slipeinlagen und keinen Nippes, der aus massiven Schrankwänden einsturzgefährdete Krisengebiete macht. Oder so wie meine Ex, die einmal aus nostalgischen Gründen unbedingt ihr altes Jugendlexikon aus ihrem Elternhaus mit zu uns schleppen musste (ratet mal, wer den Plunder geschleppt hat). Das Lexikon ging von A bis L. Für den Rest hatte damals das Taschengeld nicht mehr gereicht. Jaja, so sind se.

Im Moment haben so einige öffentliche Affären eine zweifelhafte sexuelle Note. Bei der unsäglichen Edathy-Affäre blickt man in einen Abgrund an Niederträchtigkeiten und krimineller Energie. Sind das tatsächlich dieselben Leute, die uns sonst regieren? Auweia. Übrigens, was das Zurücktreten von Politikern angeht: Der Gedanke, auch mal diese machtverliebten Sonnenkönige in den Genuss von Halbjahresverträgen kommen zu lassen - so wie sie das von uns auch seit Jahren verlangen - hätte meine volle Sympathie. Mindestens nach einer Legislaturperiode müsste sich jeder dieser politischen Scheinheiligen mal eine richtige Arbeit suchen, finde ich.

Auch die Penatenpartei hat ein halbseidenes Problem, und zwar mit Anne Helm, ihres Zeichens immerhin Europakandidatin der Penaten und Kandidatin für den »goldenen Vollpfosten der Heute Show«. Nein, sie hat wohl selber gemerkt, dass ihr »Bomber-Harris-Gate« und ihre exhibitionistischen Bedürfnisse (mitten im Februar, bibber) in der Öffentlichkeit gar nicht gut angekommen sind. Sogar die ansonsten wenig zimperlichen Femen haben sich von der Aktion ihrer feministischen GlaubensschwesterIn bei der Penatenpartei distanziert. Das war selbst denen zu peinlich, immerhin. Interessant fand ich zu diesem Vorgang einen Link, den ich bei Danisch gefunden hatte. Dort wird plausibel ein Psychogramm darüber vorgestellt, wie eine Handvoll GenderterroristInnen die Penaten zu permanenter Unruhe und andauernder Empörungsstarre antreibt; am liebsten natürlich mit »Frauenpolitik« verrührt. Denn das ist immer noch ein relativ sakrosantes Thema, mit dem man leicht Aufmerksamkeit generieren kann, auch wenn der mediale Putz hier und da bereits bröckelt.

»Mer warn aach mo jung, awwer ned so.«
(Heinz Becker)

Echt jezz, die Jugend von heute ist auch nicht mehr das, was wir mal waren:

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Diverses, Male, Female

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