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»Ohne Testosteron säßen Sie heute Abend nicht hier, gnä Frau!«

29.07.2014

Penis - ein Triggerwort, mit dem man jede Feministin zum Tanzen bringen kann.

Es war einer dieser bewusst fahrig aufgezogenen Gedankensprünge, wie sie typisch für Georg Schramm in seiner Rolle als Lothar Dombrowski sind: »Ohne Testosteron säßen Sie heute nicht hier«. Er sagte diesen Satz während eines Auftritts, als eine Frau, der man zehn Meilen gegen den Wind ansehen konnte, dass sie den Kopf voller feministischer Flausen hat, sich aus dem Publikum heraus scheinklug und verächtlich über dieses Wort »Testosteron« mokierte. Schramm hatte das Unwort, das innerhalb der Femiwelt seit ewigen Zeiten als Synonym für alles Böse rumgereicht wird, in einem gänzlich asexuellen Kontext zitiert. Ich glaube, es ging gerade um wild gewordene Jugendliche, die man leicht aufgrund ihres eben testosterongesteuerten Tatendrangs für irgendwelche Ideologien konditionieren kann; aber genau weiß ich das nicht mehr. Es spielt letztlich auch keine Rolle. Wichtig an Schramms Satz war die Erkenntnis, dass das, was solche einfach gestrickten Pullertruden als Allround-Erklärung erfühlen, wie immer zahlreiche Facetten hat. Zugegeben: Auch die meisten Durchschnittsmänner sehnen sich nach möglichst simplen Mustern, mit denen sie sich die Welt zurechtlegen können. Sonst hätten wir z.B. nicht solche (feminismusbesoffenen) Banausen in der Politik und an anderen wichtigen Stellen.

Testosteron ist eben nicht nur der Stoff mit potenziell hohem Arschlochfaktor, es ist sozusagen das Schmiermittel für die menschliche Kultur. Ohne männlichen Tatendrang, Durchsetzungsfähigkeit, aber auch Kaltschnäuzigkeit hätte die Menschheit der Natur nicht das abgerungen, was wir heute als Fortschritt betrachten. Schramm weiß das. Und er ist fähig, diesen großen Erkenntnisbogen in einem einzigen Slogan aufzuspannen.

Von solchen philosophischen Überlegungen ist eine Sibülle Berg von Spiegel-Dumbline allerdings noch Lichtjahre entfernt. In ihrem jüngsten Artikelchen beschäftigt sie sich einmal mehr mit der unglaublichen Frage, ob es stimmt, dass Frauen nur mal ordentlich durchgenommen werden müssen, damit sie nicht immer so nörgelnd, pampig und nervtötend rüberkommen. Kann also ein Penis so eine Art Zauberstab für die innere Zufriedenheit der Frauen darstellen? Natürlich verneint Sibülle das - als hätten wir etwas anderes erwartet. Schon die Umschreibung, dass Frauen »einen Penis in sich hinein stopfen«, konterkariert allerdings ihre selbst angedichtete Souveränität bei sexuellen Themen. Denn es ist kaum eine lustfeindlichere Beschreibung als diese überhaupt denkbar und nach dem Punkt hinter ihrem Satz erübrigt sich jede weitere intimere Diskussion über die Zufriedenheit der Frauen. Die Blinde und die Farben halt. Aber das ist nicht nur ein Problem der Sibülle, dass sie über Dinge schwadroniert, die sie anscheinend noch nie genossen hat - und deswegen am liebsten mit Süßspeisen-Applikationen (»Schokolade«) kompensieren möchte. Schokolade, müsst ihr wissen, ist nämlich viel erotischer als so ein blöder Penis.

Die hoheitliche Deutung darüber, wann Sex mit Männern für Frauen gut genug ist, ist ein beliebtes, aber inzwischen ziemlich abgelutschtes Mittel der Neurotisierung, mit dem Männer auf die stets unwägbaren Befindlichkeiten der Frauen konditioniert werden sollen. Die Sexualität der Männer hat in so einem Weltbild einen ausschließlich offensiven Charakter und die Frauen leisten in diesem Schmierentheater nur so eine Art Duldungsstarre (»Ja, Liebes, ich weiß: die Decke müsste mal wieder gestrichen werden«). Dass das natürlich ein etwas dünnes humanistisches Argument ist und nur einen winzig kleinen Teil der komplexen Beziehungsmechanismen abdeckt, ahnen selbst die Frauen. Aber dann: Die Liebe! Ja, die Wunderwaffe Liebe! Frauen brauchen nämlich unbedingt Sex mit Liebe dran! Fragt man sie mal genauer, was denn Liebe nach ihrem Verständnis sein soll, erschöpft sich das allerdings leider meistens in einem großen Rätselraten. Denn das müsst ihr doch wissen, Männer, was die Liebe für die Frauen ist. Und wenn sie es euch nicht sagen, habt ihr euch halt nicht genügend um sie bemüht. »Liebe - da hab ich als Frau einen Anspruch drauf!!!!!« - denkt Sibülle Berg, aber nicht nur sie. »Geben und Nehmen« kommt in diesem Zusammenhang eigentlich nur in Sonntagsreden vor. In der Praxis funktioniert das eher nicht paritätisch.

Alsob Männer nicht auch eine Sehnsucht nach Geborgenheit und Verlässlichkeit hätten - und nicht nur nach sexualähnlichem Rumgerutsche. Nur fragt sie nie jemand danach. In den Augen der Frauen haben die Männer die Rolle des Romantikdienstleisters, des Süßholzrasplers und des Galans - nicht zuletzt sind auch Versorgerqualitäten immer noch hoch im Kurs. Je nach Gefallen entscheiden dann die Frauen, ob sie daraus sexuelle Feuchtgebiete erwachsen lassen (obwohl, da wächst ja nicht soviel). Liebe nach femininer und vor allem feministischer Deutung ist also mehr so eine Art Barometer dafür, wie sehr der Auserwählte bereit ist, sich für die holde Weiblichkeit zu verbiegen. Man könnte das als etwas einseitig empfinden, indertat. Oder empathielos, ganz nach Geschmack bzw. Interpretation.

Aber all das ist sowieso inzwischen relativ unspannend geworden. Die Zeiten, in denen »ich hab dein Knie gesehen« als maximaler, gesellschaftlich noch tolerierter Ausdruck erotischen Verzückens funktionierte, sind schon lange vorbei. Natürlich gibt es noch immer die Masse der Männer, die es den anspruchsvollsten Frauen aller Zeiten stets rechtmachen wollen. Sonst gäbe es nämlich keine exorbitante Frauenförderung, Gleichstellungsbüros oder den weitläufigen Abenteuerspielplatz für obskure Mutmaßungen namens »Gender Studies«. Oder hat jemand schon mal eine Gleichstellungsbeauftragte gesehen, deren Arbeit sich selber trägt?

Dank jahrzehntelanger feministischer Propaganda, die das zwischengeschlechtliche Klima nachhaltig in die Tonne getreten hat, kippt die Stimmung bei den Männern langsam (in Worten: langsam). Sie werden sich der femininen Manipulationsversuchen immer mehr bewusst (wenn man z.B. in den betreffenden Kommentarspalten liest). Sie merken, dass die weibliche Erwartung nach Lebensbeglückung, Absicherung und dem ganzen anderen Firlefanz, den sie unter »Liebe« subsummieren, ein Fass ohne Boden ist, Ressourcen wie blöd bindet und auch öfter mal zur existenziellen Vernichtung führen kann (Scheidungsurteile, Kuckuckskinder, Falschbeschuldigungen etc). Was die Frauen jetzt noch lernen müssen, ist folgendes: Ein Mann, der mittels der umfassenden, femizentrierten gesellschaftlichen Druckmittel schon einmal durch den Wolf gedreht wurde, ist i.d.R. dauerhaft unempfänglich für die nebulösen Taktiken des weiblichen Geschlechts (aka Schlafzimmerblick). Sinnerfüllung und Zufriedenheit erreichen Männer nämlich auch auf anderen Wegen als nur mit Frauen. Testosteron sei Dank.

Zirka neunzig Prozent von all dem, was uns der Feminismus an weiblichen Befindlichkeiten im Laufe der Zeit aufgetischt hat, ist so nebulös, wie es die Männer seit Ewigkeiten von den Frauen in sexueller Hinsicht kennen. Insofern nichts Neues. Ein schwacher Trost ist, dass auch die Frauen selber rätselraten, wann sie Zufriedenheit bzw. die Segnungen eines erfüllten Sexlebens empfinden. Wo Männer einen relativ direkten Zugang zu ihren archaischen Trieben verspüren, verspüren Frauen offensichtlich (genau wie auch die Männer) einen apathischen Irrgarten an gänzlich Unerklärbarem. Wie sonst kann es z.B. passieren, dass eine Frau zehn Jahre lang ihren Dildo vergessen kann, den sie mal benutzt hatte? So was kriegen wirklich nur die Frauen hin.

Erstaunlich ist, wie zuverlässig und berechenbar Femis wie die Berg trotz ihres latenten Männerhasses auf alles anspringen, von dem sie meinen, es könnte ihre Sexualität tangieren. Penis! Hehe.


Hab ich noch ein Video? Ja, aber nur eins, das mit dem oben Gesagten rein gar nichts zu tun hat. Trotzdem sehenswert.

 


Kategorie: Male, Female, Kultur, Politik, Gesellschaft

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