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Die gepunktete Strumpfhose

17.06.2015

Neulich an der Bushaltestelle.

Zwei junge Trienen, selber nicht gerade wie aus dem Otto-Katalog entsprungen, nörgelten über eine ältere Frau, weil die sich angeblich zu bunt angezogen hatte. »Dieser knallige Rock und dann noch eine gepunktete Strumpfhose, also nä«, meinte die eine. Die Nörglerin hatte selber »einen halben Knarrenkasten im Gesicht« (John Travolta in Pulp Fiction; glaub ich), bewegte sich so tranig wie ein Junkie und wirkte schon ohne den Mund aufzumachen schwer empfängnisverhütend. Naja, mir war das eigentlich egal und ich habe die ältere Frau, um die es ging, auch gar nicht gesehen, weil der Bus gerade einfuhr. Aber was ich noch mitkriegte war, dass sich eine weitere Frau in die Diskussion einmischte und den beiden Meckerziegen beipflichtete: »Das wäre selbst mir als älterer Frau peinlich«.

Wie war das nochmal mit dem »gesellschaftlichen Druck und den vielen Erwartungshaltungen an Frauen«? Denn darum ging es doch die ganze Zeit. Angeblich sind die Rollenerwartungen gegenüber Frauen so kolossal, so monströs, dass man daraus permanente »strukturelle Benachteiligungen« destillieren kann – eines der Buzzwords des modernen Feminismus. Und ich Dussel dachte immer, »strukturell« sei eine magische Produkteigenschaft von modernen Raufasertapeten.

Dass lernt mir vor allem, dass die größten Kritiker der Frauen selber Frauen sind. Denn offensichtlich ziehen sich die Frauen am liebsten für andere Frauen schick an. Sorry, Männer. Aber irgendwie auch wieder logisch. Denn weil Männer immer nur das Eine wollen und Frauen allein mit den Augen ausziehen können, existieren blickdichte Strumpfhosen für Männer quasi nicht, nicht mal gepunktete. Das kann ich bestätigen, insbesondere seit ich eine Brille mit selbsttönenden Gläsern habe, die die Verweildauer meiner Augen auf bestimmten weiblichen Körperpartien signifikant erhöht hat – alles inkognito und nur bei Sonnenschein natürlich.

 

Übrigens: Wenn ich als Zeuge bei einem Unfall mit Frauenbeteiligung aussagen müsste, das wäre polizeitechnisch ein Debakel und obendrein nicht jugendfrei. Ich wäre komplett farbentaub und was Frauen anhaben, würde ich sowieso nicht wahrnehmen. Was ich stattdessen wahrnehmen würde, wäre wiederum nicht gerichtsverwertbar. Es gab nur einen Fall, wo meine Beobachtungsgabe von Vorteil gewesen wäre, als nämlich einmal eine Seriendiebin gesucht wurde, die sich auf Saunabesuche spezialisiert hatte. Die wurde wegen ihres beeindruckenden Vorbaus schließlich identifiziert. Bei dieser Beweisaufnahme wäre ich gerne behilflich gewesen – gebührenfrei selbstverständlich. Denn ich bin ein guter Staatsbürger!

Wenn also jemand über Frauen krittelt und fünf Millionen Erwartungen an sie hat, dann die Frauen. Komisch nur, dass die Feministinnen diese »gesellschaftlichen Erwartungen« (Erwartungen sind schon per Definition böse), trotzdem immer dem ominösen Patriarchat zuschreiben. Egal jezz. Die Randgruppe »Frauen«, soviel kann man jedenfalls sagen, hat sich im Laufe der Zeit offensichtlich relativ gut in die Gesellschaft intrigiert. Denn sonst könnten ja die »gesellschaftlichen Erwartungen an die Frauen« nicht gleichzeitig ein ausgesprochen weibliches Hobby sein, gelle. Zu dumm nur, dass die Erwartungen am laufenden Band friedliebende weibliche Existenzen stören wollen; das haben sie halt so an sich.

So ist das mit der feministischen Logik, war es schon immer: Angetrieben vom nebulösen Bauchgefühl, dass da irgendwo ein Patriarchat ganz und gar und zu jeder Zeit auf stetig mäandernde, weibliche Befindlichkeiten fixiert ist, bekommen sie die Lächerlichkeit ihrer eigenen Küchenpsychologie und ihrer hilflosen Erklärungsversuche nicht einmal mit. Mit abgestandenen Killerphrasen reiten sie munter in den geschlechterpolitischen Sonnenuntergang, also in ihre eigene Einsamkeit. Dann haben sie in ihrem Leben vielleicht ordentlich Dampf ablassen können, aber die Herzen ihrer Mitmenschen (vor allem der männlichen) bleiben ihnen für immer verschlossen. Selbst Mitleid hat Grenzen.

Frauen sollten wissen: Mit dieser dümmlichen Erwartungshaltung wird nichts besser, erstens, weil es unter solchen Prämissen aus Prinzip keine realistische Verbesserung von Frauenexistenzen geben kann und zweitens, weil zunehmende Nörgeleien gegenüber inexistenten Feinden (»das Patriarchat ist schuld an meinem Unglück«) nur von einem verschwindend kleinen Teil der Männer noch honoriert wird – ausgerechnet aber von solchen, die sich durch kritiklose Anbiederung gegenüber weiblichen Ansprüchen als gegengeschlechtliche Reibungsfläche (im wahrsten Sinne) völlig disqualifiziert haben: Weicheier, Luschen, Frauenversteher, Softies, Hippies, Metrosexuelle, weiße Ritter, lila Pudel und Manginas – das ganze Panoptikum feministischer Sehnsüchte halt.

Themenwechsel: Hatten die Auguren der Männerrechtsszene nicht immer darauf hingewiesen, dass die kritiklose Umsetzung feministischer Herrschsucht schlussendlich zu einem leistungsfeindlichen Klima mit kulturbedrohenden Konsequenzen führt? Nun, bei mindestens zwei Wissenschaftlern kann man diese steile Theorie inzwischen untermauern. Für die Masse der gewöhnlichen Männer wie Klempner, Straßenbauer usw., die ja genauso im Geschlechterkampf aufgerieben werden, kann man ähnliches vermuten.

Vor ein paar Monaten traf es den Leiter der Rosetta-Mission Matt Taylor, dessen wissenschaftliche Glanzleistung komplett von der Aufregung um sein angeblich sexistisches Hemd aufgefressen wurde. Und just dieser Tage musste Nobelpreisträger Tim Hunt sein Hunttuch schmeißen, weil er sich erlaubt hatte, ein flaues Scherzchen über heulende Frauen zu machen. Als wäre ein »Skandal« dieser Preisklasse nicht schon für sich betrachtet megapeinlich, so kann man in der FAZ heute sogar noch ein viel absurderes Sequel lesen: Inzwischen hat nämlich Londons Bürgermeister Boris Johnson für Hunt Partei ergriffen. Und damit bekommt die Geschichte nochmal einen besonderen Drall. Johnson behauptete nämlich richtigerweise, es sei nun einmal wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen näher am Wasser gebaut sind. Aufschrei! Denn:

 

»Wenn Boris (Johnson) Frauen anders behandelt als Männer, indem er ihnen kein ehrliches Feedback gibt, weil sie in Tränen ausbrechen könnten, kommt er seiner Fürsorgepflicht nicht nach und macht sich womöglich im Sinne des Anti-Diskriminierungsgesetzes schuldig.«

 

Es werden übrigens noch Wetten angenommen, wie lange sich Johnson noch halten kann.

Weibliche Tränen senken auf magische Weise bei Männern den Testosteronspiegel. Deshalb ist Boris Johnson gegenüber flennenden Weibern quasi unzurechnungsfähig. Man kann ihn also höchstens zu einem Seminar »Mangina To Go«, »He For She« oder »Feminism For Dummies« verdonnern. Auf jeden Fall muss jezz erstmal ein Arbeitkreis die ganze Sache beurteilen.

 


Kategorie: Male, Female

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