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Youtube-Fundstücke

11.06.2015

Heute mal ein paar Dinge, die ich bei Youtube gefunden habe – Klamauk ist aber nicht dabei.

Kaum hatte ich KenFM als investigativen und feminismusfreien Youtube-Kanal gelobt, reißt dessen Cutterin Bilbo Calvez alles mit dem Arsch wieder ein. Ihr Monolog über die Wichtigkeit weiblicher Sichtweisen in Politik und Gesellschaft strotzt nur so vor Stereotypen und ist ein Paradebeispiel für eine durch und durch infantile Sicht auf die Welt. So behauptet sie u.a., dass selbst Frauen, die es in die höchsten Machtzirkel geschafft haben, kein Beweis für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen sind. Denn, so Calvez sinngemäß, Frauen wie Merkel oder von der Leyen wären gerade deshalb nicht besonders frauenfreundlich, weil sie in einer männlich dominierten Umgebung Karriere gemacht haben und weil sie deshalb umso härter sein müssten – natürlich besonders in Relation zu anderen Frauen und natürlich viel, viel härter als Männer jemals sein können. Herrje.

Zwischendrin lamentiert sie darüber, wie sie mal einen Posten in einem Filmstudio angeblich nicht bekommen hat, weil sie eine Frau ist. Das mag man glauben oder nicht. Sie behauptet, dass obwohl sie von einem gerade angeschafften Schneidearbeitsplatz die meiste Ahnung hatte, trotzdem ein männlicher Kollege bevorzugt worden sei. Man hätte sie halt nicht gewollt, weil sie die falschen Geschlechtsmerkmale hat. Als sie dann aber später doch einmal gefragt wurde, hat sie natürlich »stolz abgelehnt«. Ganz ehrlich: Ich hätte ihr den Job auch nicht gegeben und zwar aus charakterlichen Gründen. (Genauso, wie wir einmal einen Lichtdesigner von einer Tour geschmissen haben: Der war in seinem Fach durchaus passabel, aber als Kollege eine Katastrophe, so schlimm, dass er sich sogar mehrmals von unserem Bühnenmeister eine eingefangen hat. Lichtdesigner haben sowieso alle einen an der Waffel.)

Was geht eigentlich in Leuten vor, die ihre schnöden Reproduktionsorgane zur ultimativen Scheinheiligkeit hochsterilisieren (Bonmot von Labbadia)? Die sich für die geborenen Friedensengel halten, nur weil sie sich beim Pinkeln hinsetzen? Was für ein absurdes Theater.

Naja, wenn wir schon bei epochalen Fußballerzitaten sind, darf natürlich Berti Vogts nicht fehlen: »Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle sollte man mit seiner Frau im Wohnzimmer ausleben.« Richtig! Ich hätte dem Berti solche philosophischen Einsichten gar nicht zugetraut.

Häusliche Gewalt ist übrigens auch das Thema von Comedian Bill Burr aus den USA. Er zitiert in diesem Beitrag einen US-weiten Slogan gegen häusliche Gewalt, nämlich »dass es keinen einzigen Grund gibt, eine Frau zu schlagen«. »Wirklich keinen?«, fragt er. Er könne sich durchaus viele Gründe vorstellen. Ob man deshalb tatsächlich zuschlägt, sei ja von der Frage, ob man sich Gründe vorstellen kann, völlig unabhängig. »Wünschen sich die Frauen denn manchmal, ihrem Partner eine runterzuhauen?«, fragt er das Publikum und eine plärrt ihm »Ja, jeden Tag!« entgegen. Mit gnadenloser Schärfe nimmt er anschließend den Mythos auseinander, dass Männer »every fucking time« automatisch zu den Gewalttätern im häuslichen Bereich gerechnet werden und dass selbst in Fällen, in denen Frauen ihre Männer übel provoziert und angegriffen haben, stets nur die Frau als Opfer vorkommt. Ich kann mich nicht erinnern, dass Comedians oder Kabarettisten in Deutschland in dieser Form den stoischen Glauben an unsere sakrosanten Frauen jemals aufgemischt hätten. Respekt, Mr. Burr. Leider müssen wir uns hierzulande immer noch mit drittklassigen feministischen Pullertruden wie z.B. Carolin Kebekus rumschlagen, die sich nicht zu blöd ist, ihre gebührenfinanzierte Sendung im WDR auch noch »Pussy Terror« zu nennen. Komisch eigentlich, dass in solchen Fällen die Staatsanwaltschaft nicht aktiv wird. Von wegen »hate speech« und so. Die sind doch sonst nicht so zimperlich.

Richtig sauer ist auch der Kommentator in diesem Youtube-Clip mit dem Titel »Suspend Hope Solo Immediately«. Die Nationalspielerin Hope Solo vom US-Soccerteam hatte sich dereinst ebenfalls als Opfer häuslicher Gewalt dargestellt. Aber so einfach war das nicht, wie ihre Halbschwester nun bekannt gab. Sie bezeugte nämlich, dass Solo die eigentliche Aggressorin in dem besagten Vorfall war. Auch sonst war Solo nicht gerade ein Vorbild an Friedfertigkeit: Bei der anschließenden polizeilichen Vernehmung wollte sie nicht wie aufgefordert ihre Halskette ablegen, denn schließlich sei die »teurer, als ein Cop im ganzen Jahr verdient« und »wäre sie nicht in Handschellen, würde sie ihn zusammenschlagen«. Das hält aber den amerikanischen Fußballverband nicht davon ab, Solo bei der gerade stattfindenden Frauenfußball-Weltmeisterschaft spielen zu lassen. Bei jedem männlichen Spieler, so der Kommentator, drohen schon beim leisesten Verdacht auf »domestic violence« drakonische Strafen bis hin zu einem lebenslangen Sportverbot. Dabei hat es schon eine gewisse verlässliche Tradition, dass Vorwürfe gegen Männer nicht einmal mit Beweisen gefüttert werden müssen. Für ein Karriereende reicht bereits der üble Nachruf. Und nein, es ist kein Trost, dass fast niemand Frauenfußball sehen will (nicht mal die Frauen).

Lange nichts mehr von Schlampenmärschen gehört? Macht nichts, denn hier gibt es einen Livebericht aus Kanada. Darin begleitet und kommentiert eine hübsche Blondine die Vogelscheuchen von der Femifront bei ihrem halbnackten Protestmarsch gegen, ja was denn eigentlich? Achso, dass sie so wenig anziehen dürfen, wie sie wollen und niemand auf der Welt ihnen etwas anderes vorschreiben darf. Sobald wer was anderes sagt, gibt es Haue oder zumindest Geschubse – wie gegen den Kameramann der Reporterin. Insgesamt ein recht mutiger Bericht, wie ich finde.

So, zum Abschluss noch ein letztes Video über einen Vater und seinen Sohn. Es sieht zunächst so aus, alsob der Vater dem Jungen seine langen Rastalocken abrasieren will als Strafe dafür, dass der Junge in der Schule Mist gebaut hat. Doch dann wendet sich das Blatt und Papa erteilt uns Zuschauern eine wichtige Lektion:


Kategorie: Diverses

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