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Karriere und Kinder

14.10.2015

Das und verschiedene andere Nachrichten aus dem Internetz.

Hatte ich nicht erst neulich was aus der FAZ? Diese einseitigen Gewohneiten immer. Egal jezz. In diesem FAZ-Artikel geht es um einen Dauerbrenner der allgemein anerkannten Frauensorgen, nämlich die Vereinbarkeit von Kindern und Frauen; Quatsch: Karriere für Kinder; nein auch nicht: Frauen und Karriere mit Kindern, also jedenfalls irgendwas mit Kindern, Frauen und Karriere. Damit sieht es anscheinend speziell in Deutschland ziemlich mau aus, zitiert die FAZ eine Studie von u.a. der Röckefüller-Stiftung. Es heißt ja immer, dass ohne eine gewisse Anzahl Mindestkinder (um genauer zu sein: 2,1 Kinder pro Frau) in Deutschland bald nix mehr geht. Das wären dann also etwa zwei Kinder und mindestens ein Kinderbein je Frau, grob gerechnet. Wenn nicht bald mal mehr Kinder gemacht werden, breiten sich hierzulande wieder Urwälder und Steppen aus, erzählt man uns seit vielen Jahren. Hm, ich finde das ehrlich gesagt gar nicht mal so schlimm, denn für den Klimaschutz wäre das wahrscheinlich die bessere Lösung. Man kann halt nicht alles haben.

Außerdem sagt die Studie bzw. der Artikel, dass die Vereinbarkeit von Frauen und Dingens in Schwellenländern wie z.B. »7:1«-Brasilien besser ist, weil es dort billige Hausangestellte gibt und außerdem Omma und Oppa oft bei der Kinderverwahrung mithelfen. Hierzulande haben wir aber kaum verwandtschaftliche Hilfe, wahrscheinlich weil die Alten ständig auf Kreuzfahrtschiffen abhängen oder zugedröhnt vorm Fernseher einschlafen. Weshalb der besorgte deutsche Staat ganz schnell eigene Kinderverwahranstalten bauen muss, sagt die Studie. Traditionelle Familienstrukturen sind hierzulande sowieso auf dem absteigenden Ast, weil sie im Verdacht stehen, eine akute heteronormative Stereotypose auslösen zu können; darauf deuten viele ungezählte feministische Gefühlsforschungsreihen sowie etliche Ratgeber im Amazon-Antiquariat hin.

Boah, da kann man ja froh sein, dass uns Männer das alles nichts mehr angeht. In den letzten Jahrzehnten hat uns (zum Glück) sowieso nie jemand gefragt, ob und unter welchen Umständen wir Männer eigentlich bereit wären, die nebulösen Kinderwünsche der Frauen zu unterstützen.

Natürlich können aber bereitwillige Männer trotzdem aktiv zur Kindererziehung beitragen, wie Stephen Colbert neulich in seiner Late Show verriet. Dort ging es um die neueste amerikanische Werbung für Campbells' Soup, in der zwei schwule Väter ihrem Kind die moderne westliche Esskultur nahebringen. Jezz muss man die feministische Nomenklatura nur noch davon überzeugen, dass das Fehlen einer leibhaftigen Mutter in diesem Spot keine Frauenbenachteiligung darstellt. Wird schon noch.

Bestimmt habt ihr neulich von diesem »Viagra für Frauen« namens Flibanserin gehört. Trotz einer enormen Steigerung von »mindestens ein Mal mehr gesteigertes weibliches Lustbedürfnis pro Monat« – in manchen Ehen ist das sehr viel – scheinen die Nachteile dieses aphrodisierenden Mittelchens in keinem Verhältnis zum angestrebten Effekt zu stehen. Denn im Gegensatz zu echtem Viagra muss Flibanserin von einer Frau täglich eingenommen werden. Alkohol trinken darf sie dann ebenfalls nicht mehr, sonst wirkt sie nicht (also die Pille). Aber welche Frau möchte schon nüchtern mit ihrem Mann in die Kiste steigen? Doch keine Angst, liebe Frauen, die Rettung naht in Form eines magischen Pilzes namens Dictyophora – am Markennamen muss die Pharmaindustrie natürlich noch feilen.

 

Eine Studie des Internationalen Journals für medizinische Pilze berichtet, dass Dictyophora, ein Pilz, der auf (erkalteten) Lavaströmen wächst, bei ungefähr einem Drittel der Frauen, die daran riechen, einen spontanen Orgasmus auslöst. Aus der Wikipedia:

»Laut einem Bericht aus 2001 im International Journal of Medicinal Mushrooms kann der Geruch des frischen Pilzes spontane Orgasmen bei menschlichen Weibchen auslösen. In der Versuchsreihe mit 16 Frauen hatten 6 Orgasmen, als sie den Fruchtkörper rochen und die anderen 10, die kleinere Dosen erhielten, empfanden physiologische Veränderungen wie etwa einen erhöhten Herzschlag. Die 20 Männer der Testreihe fanden den Geruch ekelhaft. Den Autoren zufolge könnten hormonähnliche Bestandteile im flüchtigen Teil des Fruchtkörpers eine Ähnlichkeit mit Neurotransmittern haben, wie sie während der sexuellen Aktivität bei Frauen erzeugt werden. Die Studie benutzte die Pilzart auf Hawaii, nicht die essbare Variante, die in China angebaut wird.«

 

Leider gab es in der betreffenden Studie keinen Hinweis auf andere Pilzarten, die möglicherweise bei Frauen ein zufriedenstellendes Vorspiel auslösen könnten. Weiterhin ist unklar, ob es auch noch Pilze für besondere Fetische gibt, z.B. um Bondage-Fantasien zu aktivieren. Und können wir zukünftig eine Art florale/fungale Erweiterung in der Pornoindustrie erwarten? Vielleicht kann man Frauen ja mit ein paar unauffällig verstreuten Sporen zur Lust verhelfen? Da ist noch allerhand Forschung notwendig, würde ich meinen.

Auch die Wissenschaft über die wortlosen Erotik-Signale der Frauen an die Männer (Diffusologie) ist arg verbesserungswürdig. Einen ersten rudimentären Versuch, die weiblichen Signale zu entschlüsseln, unternimmt der englischsprachige Youtube-Blogger »Ozzy Man« anhand eines Werbespots für Frauenunterwäsche von Yanet Garcia. Ozzy Man ist sich allerdings nicht ganz sicher, ob die betreffende Dame mit ihrem nonverbalen Geräkel nun möchte, dass er den Müll rausbringt oder ob sie will, dass er den Rasen mäht. Offensichtlich hat er also das entsprechende Seminar in den Gender Studies über die korrekte Interpretation weiblicher Körpersprache mal wieder verpasst. Nachsitzen!

Jaja, die »Body Language«, speziell die weibliche, ist schon ein Mysterium und eine Quelle für viele unnötige Missverständnisse. Besonders der richtige Umgang mit »Bitchy Resting Faces« (frei übersetzt: permanente Zickengesichter) will gelernt sein. Nicht jede Frau möchte nämlich mit dem Gesicht verhüten, Männers! Manchmal hilft wider Erwarten der Besuch einer russischen Macho-Schule, um das richtige Benehmen gegenüber diesen zarten und übersensiblen Geschöpfen zu erlernen.

Benehmt euch,
Stadtmensch

 


Kategorie: Male, Female

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