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Birth Rape

01.04.2016

Amerikanische Feministinnen meinen, schon eine Geburt sei eine »Vergewaltigung«.

Eines muss man diesen Aufschreierinnen ja lassen: Ihr Talent, sich selbst zu infantilisieren, ist grenzenlos. So zitiert »The Amazing Atheist« (er könnte auch »Amazing Antifeminist« heißen) einen Artikel auf »Jezebel.com«, der behauptet, dass Frauen während des Geburtsvorgangs von allen möglichen Personen »missbraucht« werden. Sie (die Gebärende) sei verletzlich, unfähig, der Situation zu entfliehen, man berührt ihre intimsten Körperregionen, führt möglicherweise Dinge in ihren Körper ein usw. Laut Jezebel hört sich das alles tatsächlich eher nach einem Upgrade US-amerikanischer Foltermethoden an als nach romantischem Kitsch oder sinnstiftenden Schlüsselerlebnissen. Und wer schon einmal dabei war, weiß, dass Geburten durchaus unappetitlich sein können. Ich wusste z.B. vorher nicht, dass ein Dammschnitt und das anschließende Nähen meistens ohne Narkose gemacht werden (wobei das nicht immer generell so ablaufen muss). Laut Jezebel ist also das Kinderkriegen insgesamt ein höchst traumatisierendes Erlebnis – etwa so, wie wenn ein Soldat im Krieg ein Bein verliert oder schlimmeres. Jezz verstehe ich auch, weshalb die verklemmten Amis so gerne in die Schlacht ziehen.

Diese rücksichtslosen Babys aber auch! Ja, ich finde auch, mit dem Kindermachen könnte es tatsächlich langsam mal gut sein. Es passt ja auch gar nicht mehr zu unserem modernen Lifestyle. Es gibt nur ein Ding, das noch traumatisierender für frauenbewusste Frauen ist, nämlich der ganze Prolog zum Kinderkriegen, also vornehmlich diese komischen, haarigen Tüpen überall, die ja ständig immer nur – ihr wisst schon: Das, was anständige Frauen niemals aus freien Stücken machen würden.

Überhaupt diese bis zum Anschlag überstrapazierten Mütter: Bei Telepolis greift Bettina »Twister« Hammer ein Thema auf, das schon viel zu lange für posttraumatische Belastungsstörungen unter den Müttern sorgt. Denn längst nicht immer ist Mutterschaft das Äquivalent für Lebenssinn, und manche Frauen bereuen es deshalb, jemals Kinder bekommen zu haben. Na ja, ehrlich gesagt, wenn ich meine eigene Mutter wäre, könnte ich das sogar teilweise verstehen, denn lieb und brav waren wir Geschwister eigentlich selten. Deshalb will ich die seit Urzeiten bekannten Irrungen und Wirrungen zur Mutterschaft auch gar nicht in Abrede stellen, insbesondere natürlich die Situationen, in denen z.B. Schwangerschaften als Rettungsanker für reizlos gewordene Beziehungen halluziniert werden. Wer fünf Minuten vor dem Beischlaf darüber nachdenkt, müsste eigentlich von selber drauf kommen.

Was aber immer wieder merkwürdig aufstößt, ist die Tatsache, dass Mutterschaft als kaum zu beeinflussender Schicksalsschlag hochgehalten wird. Es mag ja sein, dass mehr Frauen ihre Elternschaft bereuen, als das gemeinhin wahrgenommen wird. Und dass andere Frauen immer etwas zu mäkeln haben, je nachdem, wie die Geschlechtsgenossin ihre Elternrolle handhabt, ist ebenfalls eine Binse. Sind die Mamas nicht so beglückt von ihren quengeligen Nachkommen, gelten sie oft als »Rabenmutter«. Fahren sie ihre Sprösslinge ständig von Hüh nach Hott oder supern sie sie nach den neuesten pädagogischen Rezepten und unter ständigem Optimierungszwang, dann heißt es oft »diese Glucke«. Jedenfalls gibt es ein Überangebot an schlecht gemeinten Ratschlägen zu diesem Thema und ich bin froh, dass (zum Glück) die Männer bzw. Väter insofern einmal mehr außen vor sind, als sie meistens gar keine Zeit haben, sich mit den Niederungen der Brutpflege zu beschäftigen. Schließlich soll der Lebensstandard trotz der teuren Würmlinge beim wöchentlichen Latte Macchiato der Mama mit ihrer angeblich besten Freundin nach wie vor präsentabel bleiben.

Es mag also alles hochkompliziert sein, das mit dem Kinderkriegen (und -haben), aber andererseits ist es befremdlich, wenn man (wie die Femis) den »Thrill« und die Unwägbarkeiten solcher Lebensentscheidungen schnellstmöglich an den Staat deligieren möchte, etwa in Form von seelenarmen Babyverwahranstalten; wie das heute so Mode geworden ist und wie es der Gesetzgeber nicht müde wird, als Idealfall zu etablieren. Da fällt mir als mitfühlendes Bürgerlein gerade ein: Wo ist eigentlich FrauInnenenministerin Schwesig geblieben? Seit ihrer letzten Niederkunft hat man gar keinen Unsinn mehr aus ihrem Haus gehört. Hat sie etwa Wochenbettdepressionen? Oder hadert sie mit ihrer Figur und traut sich noch nicht wieder ins mediale Blitzlichtgewitter?

In den USA (wo sonst) ist man übrigens sehr viel innovativer, wenn es um feministische Lieblingsthemen wie z.B. den Dauerbrenner »Rape« geht. Dort gibt es nämlich inzwischen sog. »Rape Kits«, also eine Schachtel mit allerlei kriminologischen Utensilien, mit denen eine Frau gleich nach dem Sexualakt feststellen kann, wer sie da vergewaltigt hat. Man kann z.B. Spermaspuren und Schamhaare sichern, damit der potenzielle Vergewaltiger keine Chance hat, sich später vor der gerechten Strafe zu drücken. Samantha Bee, die ehemalige feministische Nervensäge aus der »Daily Show« mit Jon Stewart, brachte in ihrer neuen eigenen TV-Show »Full Frontal« dazu einen höchst aufgeregten Bericht. Denn, so beklagt sie, tausende Rape Kits würden bei den Behörden ungenutzt rumliegen und irgendwann sogar folgenlos vernichtet werden. Drama! Aber so einfach ist es eben auch nicht. Da gab es z.B. eine Siebzehnjährige, die einvernehmlichen Sex mit ihrem Lover hatte, sich aber nicht traute, das ihren (wahrscheinlich puritanisch-evangelikanischen) Eltern zu beichten. Bee regte sich mächtig darüber auf, dass der ermittelnde Sheriff trotz eindeutiger Rape-Kit-Indizien in diesem Fall keine weiteren Nachforschungen anstellen wollte. In Zukunft muss Mann sich also nicht wundern, wenn zusätzlich zu den amtlich beglaubigten Einverständniserklärungen für sexuelle Aktivitäten die Herzensdame mit einem amtlichen Rape Kit unter dem Arm zum Rendezvous erscheint. Faszinierend, woraus man alles ein Business machen kann...

Aber auch in unserem beschaulichen Land ging es ja neulich quer durch die aufgeregte Presse, dass die Zugabteile irgendeiner ostdeutschen Bimmelbahn besonders frauenfeindlich sind. Ich such den Link aber jezz nicht nochmal raus. Das Ganze wurde natürlich umstehend mit einer Twitta-Hysterie garniert, nach der die Tüpen regelmäßig in den Zügen onanieren oder – noch schlimmer – an derselben Haltestelle wie betroffene Twitta-Frauen ein- und aussteigen! Ein klarer Verstoß gegen jede sexistische Konvention! Obwohl, ich habe tatsächlich einmal während meines gesamten Lebens in einem ICE hinter einem Kerl gesessen, der nichts dabei fand, sich auf seinem Notbuch Schmuddelbilder anzusehen – allerdings blieb es beim rein visuellen Akt. Doch dieser Mann war, wie sich rausstellte, ein Holländer. Also brauchen wir zusätzlich extra Abteile für unsere niederländischen Nachbarn, wie's aussieht. Na, wenigstens hatte er sich keine Filme angesehen, in denen die holländische »Elftal« tatsächlich mal was gewonnen hat. Das hätte ich kaum ertragen.

 


Kategorie: Male, Female

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Kat: Diverses