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Bundesregierung zynisch

07.12.2016

Für die Bundesregierung sind typische Männerprobleme nicht existent.

Es bedarf eigentlich schon länger keines Beweises mehr, wie korrupt, betriebsblind und asozial sich die gesalbten Herrschaften an den steuerfinanzierten Fleischtrögen der Macht aufführen. Bei vielen Widersprüchen lügen sie sich nur allzu gerne mit geradezu prosaischen Ausreden durch den politischen Alltag. Kriege heißen plötzlich »robuste Militäreinsätze«, Schürf- und Ausbeutungsrechte in anderen Ländern werden zu »Friedenseinsätzen« umdeklariert und – seit neuestem – die nochmals gestiegene Obdachlosigkeit hierzulande mit »psychosozialen Problemen« der Betroffenen wegerklärt; im Klartext: selber schuld. So beantwortete jedenfalls die Merkel-Regierung eine Anfrage der Linken zum Thema Wohnungslosigkeit.

Wohnungslosigkeit war schon immer ein hauptsächlich männliches Problem, für das sich offziell und offiziös nur wenige sporadisch interessieren. In unseren frauenzentrierten Hochleistungsgazetten kommen solche Lapalien eher selten vor. Denn die reden lieber über so schwergewichtige Themen wie »Pink Stinks« oder über schwülstige Scheinprobleme wie »überkommene Rollenvorstellungen«, »Rape Culture« und ähnlichem verkopften Bullshit. Erst neulich zog die Betroffenheitsparade mal wieder mit einer Studie über »Gewalt gegen Frauen« durch die Medien. Solche Studien taugen schon rein wegen ihrer dubiosen Methodik höchstens als Unterrichtsstoff für eine 11. Jahrgangsstufe, um zu zeigen, wie man Studien garantiert nicht aufziehen sollte. Aber so geht das schon seit Jahrzehnten, wie jeder weiß. Das ist nicht mehr nur Ignoranz, es geht aufgrund des gehäuften Auftretens solcher Skandalismen schon in Richtung »Boshaftigkeit«.

Das Thema Obdachlosigkeit zeigt wie kein anderes auf, wie das Schicksal vieler männlicher Betroffener lediglich als vorweihnachtliche Mildtätigkeits-Folklore Verwendung findet; wahrscheinlich um die Spendentöpfe bestimmter wasserköpfiger Institutionen aus der Helferindustrie mit einem 13. Monatseinkommen anzureichern. Ansonsten wird dieses Thema nur allzu gerne als persönliches Versagen der Betroffenen abgewürgt.

Gemäß ihrer eigenen politischen Verfasstheit stiehlt man sich also in der Regierung mit der hübschen Umschreibung als rein »psychosoziales Problem« der sog. Penner nur zu gerne aus der Verantwortung. Womöglich könnten sich die Bürgerleins ja mal fragen, wieso für Millionen Flüchtlinge – aber auch für die armen Banken – bei jeder Gelegenheit um Verständnis und Staatsknete geworben wird, die herkömmlich Gestrauchelten in diesem Land aber nur als pseudo-christliches Klischee einmal im Jahr auftauchen – natürlich mit dem üblichen Verfahren: Missstände werden mit neuen dollen Wortneuschöpfungen verwässert, anschließend zu den Akten gelegt (Wiedervorlage nächste Adventszeit) und mögliche Kritiker schon mal vorsorglich in die Nazi-Ecke verfrachtet.

Auf der anderen Seite haben wir unsere bräsige Kanzlerin, die dem nutzlosen Palaverment erklärt, dass es »Deutschland gut geht«. Ehrlich, wenn Dummheit weh täte, müsste diese Frau den ganzen Tag quiekend durchs Kanzleramt laufen, samt ihrer Entourage an willigen Bücklingen, die diesen gesammelten Schwachsinn auch noch mittragen. Aber genau so war das auch mit den greisen DDR-Oberen kurz vor der ostdeutschen Revolution, und aus heutiger Sicht erscheint die Diskrepanz der sozialistischen Sonnenkönige zum eigenen Fußvolk glasklar: Das konnte nur schiefgehen. Sind wir schon wieder so weit? Diesmal gibt es allerdings leider keine »Heim ins Reich«-Lösung wie bei der ehemaligen DDR.

Solche kognitiven Einschläge und Diskrepanzen kann man jeden Tag wahllos aus dem allgemeinen Nachrichtenpool fischen. Manche Widersprüche sind so eklatant, dass man die gesamte Berliner Politkaste sofort vor Gericht stellen müsste. Neulich z.B. gab die Regierung Merkel endlich mal zu, dass von der US-Militärbasis Ramstein Angriffskriege durchgeführt werden. Aufgrund der Erdkrümmung spielt diese Basis eine entscheidende Rolle beim US-Drohnenkrieg; bei einem Krieg also, der nachweislich mehr Terroristen erzeugt, als er zu verhindern vorgibt. Nun kann man sich ja durchaus mit einiger Berechtigung darüber streiten, ob heutige Bedrohungsszenarien so außerordentlich sind, dass man im Fall Ramstein einer abweichenden Doktrin folgen muss. Aber selbst dann ist die Unterstützung eines solchen Krieges ein klarer Verstoß gegen unser Grundgesetz und das wiederum verdiente höchste juristische Aufmerksamkeit. Stattdessen wir herum laviert, gedruckst, um den heißen Brei geredet. Gelten nun Gesetze oder gelten sie nicht? Oder gelten sie nur für Auserwählte? Das sind alles gewichtige Fragen und von ihnen hängt die gesamte Integrität der ach so demokratischen Strukturen ab. Wenn die Leute immer wieder sehen, dass die Auslegung ihrer eigenen Gesetze willkürlich erfolgt, wie wird dann wohl ihre Reaktion aussehen?

Noch ein Aufreger gefällig? Wie gesagt, ich picke wahllos aus der Lostrommel der Schlagzeilen: Die epischen Analysen der letzten US-Wahl, die ja für einige Etablierte anscheinend eine unfassbare Überraschung darstellten, sowie die daraus folgenden Konsequenzen für unser eigenes Land bzw. die Bundestagswahlen im nächsten Jahr. Man redet wichtig von »Globalisierungsverlierern«, von angeblich verunsicherten Menschen, denen man die paar ökonomischen Sachverhalte lediglich besser erklären muss, damit sie sich in ihr unabwendbares Schicksal, also der Excellisierung ihrer Lebensentwürfe, fügen. Ich habe keine Ahnung, wie man als Politiker seine Existenzberechtigung darauf gründen kann, dass man den (unübersehbaren) Abweichlern und Protestlern lediglich mit ein paar warmen Worten diesen ökonomisch suizidalen Irrsinn erklärt. Ist diese Infantilität tatsächlich alles, was die fürstlich bezahlten Vortänzer drauf haben, was sie als Lösung anbieten? Ist das alles tatsächlich nur ein Marketingproblem? Wozu braucht man dann solche Leute dann noch?

Nicht mal unsere satirischen Hofnarren aus der »Anstalt« von gestern Abend schaffen es, glaubhafte Zusammenhänge herzustellen. Die gesamte Sendung war als Wahlberichterstattung der kommenden Bundestagswahl aufgezogen, bei der die AfD als überwältigender Gewinner hervorging. Zwar wurde so ein möglicher politischer Erdrutsch und die zu erwartenden Verwerfungen skizziert, aber schlauer war man nach der Sendung auch nicht. Man kann ja (wie gestern) lang und breit darauf hinweisen, dass die sog. »Rechtspopulisten« auch keine brauchbaren Lösungen im Gepäck haben und viele ihrer potenziellen Wähler das AfD-Vehikel lediglich als Protestnote gegen den bisherigen politischen Starrsinn benutzen. Das wird wohl so sein, es klingt zumindest plausibel. Aber was wäre denn dann die Alternative zur »Alternative für Deutschland«? Genau: Es gibt keine; zumindest nicht in der Form, dass der übersättigte Politapparat unter einen erheblichen Rechtfertigungsdruck gesetzt werden kann. Die blumigen Ausflüchte, mit denen heutige Etablierte ihre halbgaren Weisheiten feilbieten sind nämlich zu einem systemischen Problem geworden und eine wie immer geartete Lösung ist mit diesem Personal schlichtweg nicht durchführbar. Abwählen!

Übrigens bestand der krönende Abschluss dieser mauen Pointen-Parade darin, dass eine Redakteurin von Zeit-Online (ausgerechnet) zum Abschluss der Sendung den gesamten Mief linksliberaler Überzeugungen noch einmal lang und breit erkären durfte. Nachdem es also die gesamte Sendung um den hypothetischen (aber nicht ganz unwahrscheinlichen) Ausgang der kommenden Bundestagswahl gegangen war, lamentierte die Redaktöse einmal mehr von den armen Ausländern, die schon seit Ewigkeiten in unserem Land leben und die wegen der bösen Deutschen doch nie den Anschluss an unsere politische Kultur gefunden hätten (sinngemäß). Sie musste sehr weit ausholen, um die deutsche Boshaftigkeit gegenüber Ausländern zu belegen und landete schließlich beim Wahlkampf des Herrn Roland Koch anno dunnemals zu Hessen. Der hatte seinen Wahlkampf seinerzeit nämlich mit dem Thema »doppelte Staatsbürgerschaft« verwoben. Nein, das war indertat keine intellektuelle Glanzleistung. Aber wovon reden wir hier eigentlich angesichts der aktuellen Flüchtlingsthematik (als eines der Wahlkriterien der nächsten Bundestagswahl)? Es war eine Landtagswahl in Hessen. Im letzten Jahrtausend. Von einem einzigen, unterbelichteten CDU-Hansel. Was hat das mit der heutigen Flüchtlingsproblematik zu tun? Genau. Aber Hauptsache, man kann den Deutschen mal wieder »Ausländerfeindlichkeit« um die Ohren hauen. Auch müssen wir nicht (wie gestern von ihr suggeriert) »den Ausländern« auf alle Ewigkeit hinaus dankbar sein, weil sie »unser Land mit aufgebaut haben«. Diese profitable Situation beruhte nämlich durchaus auf Gegenseitigkeit und ist viel unromantischer, als sich das ein gut konditioniertes, linkspopulistisches Internationalisten-Hirn vorstellen kann.

Wie meistens auf diesem Blog soll auch nochmal das Thema »Gender« eine besondere Erwähnung finden, ist doch dieses Thema wie kein anderes dazu geeignet, die größtmögliche menschliche Dummheit zu subsumieren. So auch gestern in der »Anstalt«. Wie wir alle wissen, haben Rechtspopulisten, Maskulisten und ähnliches Kroppzeuchs seit Jahren eine Mörderangst vor feministischen Kulturleistungen wie zum Beispiel die berüchtigte »Gendertoilette«. Ein karikierter Anton Hofreiter insistierte in der gestrigen »Anstalt«, dass doch eine universale Toilette, in der auch die geschlechtlich uneindeutigen Wesen ihr Geschäft angstfrei verrichten können, eine dolle Sache sei – aber doch kein Zwang für alle, diese Örtlichkeiten auch nutzen zu müssen. So hört man die feministisch Beseelten ja öfter reden: Angeblich wollen sie die in ihren Augen langweiligen heterosexuellen Menschen ja zu gar nichts zwingen. Aber warum dann so ein Bohei um geschlechtergerechte Scheißhäuser? Von mir aus können sie wie im alten Rom das Rudelscheißen praktizieren, falls es für sie zu gerechteren Einsichten führt – es wäre mir vollkommen schnuppe. Aber »Gender Mainstreaming« als Top-Down-Ideologie, von keinem Parlament jemals diskutiert und als universale Doktrin von oben nach unten für alle bürgerlichen Lebensbereiche vorgeschriebenes Diktum bis in die intimsten Lebenszusammenhänge hinein ist schlichtweg nicht diskutabel. »Gender Mainstreaming« ist mitnichten eines der vielen demokratisierten Angebote, über die man mal in lockeren Runden Vor- und Nachteile abwägen bzw. diskutieren kann. Es ist schlichtweg Zwang, der von oben aufoktroyiert worden ist, dem keinerlei demokratische Willensbildung voraus ging und der somit sehr wohl von einem absolutistischen Dirigismus angetrieben wird. Das könnt ihr Genderbewussten mal schlichtweg vergessen, so wird es nicht laufen. Und das ist keine Bitte, sondern eine Ansage.


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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