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Siechmar Gabriel hat heute mal frei

09.02.2016

...weil seine Tochter Scharlach hat und er ein guter Feminist sein will.

Hätte Alice Schwarzgeld ein Herz, dann wäre genau jetzt eine seltene Sternstunde, in der es Gelegenheit hätte, sich zu zeigen. Denn Siechmar Gabriel, eifrigster Waffenexporteur der vergangenen Legislaturperioden, gibt sich mal wieder männlich-modern und feministisch sensibel. Weil sein Nachwuchs krank ist und weil die Mutter, die den Siechmar dereinst als finanzpotenten Versorger auserkoren hatte, mit dem plötzlichen Abbruch jedes erotischen Interesses drohte, sah sich der Bundesvortänzer der Spezialdemokraten gezwungen, seinen Job als drittwichtigster Minister der größten Koalition aller Zeiten zu pausieren. Ob er bei seiner Chefin Merkel fristgerecht einen gelben Krankenschein dafür eingereicht hat, bedarf noch der Nachforschungen. Ebenfalls unbekannt sind die Reaktionen der Tochter auf derlei väterliche Spirenzchen. Womöglich findet sie ja, dass er als TV-geschminkter Minister viel besser aussieht als in echt. Und seine öden Märchen von Tante Angela und ihrer bedingt lustigen Gurkentruppe in der Bundesregierung gelten in Fachkreisen sowieso nicht als besonders kindgerecht.

Kinder und Politik sind seit jeher eine kritische Angelegenheit. Neulich hat sich Tante Angela bitter beim Papst beschwert, weil der das schöne Europa (also den Kontinent) als »eine Großmutter, die nicht mehr fruchtbar ist« bezeichnete. Und das, obwohl Merkel doch gerade erst so viele Nachkömmlinge aus diesem Syrien zwangsadoptiert hat! Undankbarer Papst! Außerdem hat er einem Deutschen den Arbeitsplatz weggenommen!

Aber es stimmt schon. Die Geburtenzahlen sind insbesondere in Deutschland seit Ewigkeiten nicht der Rede wert. Das stört vor allem die Lebensplanung der Frauen. Offensichtlich finden es immer mehr Männer sinnstiftender, ihr Leben ganz ohne familiäre Fußfesseln und langwierige Zahlungsverpflichtungen zu gestalten. Jahrelang konzentrierte sich die Diskussion im Zusammenhang mit Elternschaft darauf, dass emanzipierte Frauen anderen Frauen mit Kinderwunsch entweder das Attribut »Glucke« oder aber »Rabenmutter« anhängen wollten. Frauen mit Kindern galten entweder als Dummchen, die sich von ihren untreuen männlichen Schuften abhängig machten oder sie galten als herzlos, weil sie ihre Kinder in staatlich geförderte Verwahranstalten abschoben, um weiter Karriere machen zu können. Die Männer verhielten sich derweil ganz nach dem Motto »Wenn Frauen sich streiten, suche das Weite«. Dummerweise hatten die Frauen in ihrem Gezänk irgendwie vergessen, dass Männer vielleicht eine ganz eigene, persönliche Einstellung zum Kinderkriegen entwickeln können.

Die Story ging bisher nämlich immer so: Männer wollen sowieso dauernd mit allen möglichen Frauen in die Kiste springen, also gibt es zwangsläufig immer mal eine Gelegenheit für die Frau, »die Pille aus Versehen mit Absicht zu vergessen« – wie das auch die Blöd-Zeitung in einer landesweiten Kampagne seinerzeit beworben hatte. Doch noch während sich die Weiber lautstark übers politisch korrekte Kinderkriegen miteinander in den Haaren lagen, erfanden die Tüpen einfach das Internet, luden massenweise Pornos hoch und liberalisierten zusätzlich auch noch die Prostitution (vor allem in Deutschland). Seitdem hat das Handelsgut Sex so einiges an Mehrwert eingebüßt und lässt sich nicht mehr so leicht als universales Steuerungsmittel einsetzen. Es gibt nicht wenige kluge Leute, die daraus folgern, dass inflationärer, virtueller Sex die Menschheit letztlich vor Überbevölkerung schützt – also möglicherweise sogar ein evolutionärer Kunstgriff der Natur ist. Ein interessanter philosphischer Gedanke, finde ich.

Enttäuschend für die Frauen ist es, dass das, was Frauen als »Liebe« verkaufen möchten, bei Männern so rein gar keine Begeisterungsstürme auslöst. Warum sonst beschweren Frauen sich noch immer darüber, dass Männer keine romantischen Komödien mit ihnen anguggen wollen (s. die berüchtigten 36 nervtötenden feministischen Fragen aus dem letzten Artikel)? Offensichtlich haben die Frauen fest daran geglaubt, dass das, was sie glücklich macht, auch für die Männer das Maß aller Dinge sein muss. Dummerweise wollen Männer aber gar keine schwülstigen Geschichten darüber hören, wie andere Männer sich dabei verrenken, um irgendwelche verstockte Frauen von den angenehmen Aspekten der sexuellen Entspannung zu überzeugen. Das unbeirrbare Festhalten an »romantischen« Vorbedingungen empfinden die modernen, emanzipierten Männer eher als ein überkommenes Relikt, das sich angesichts der allseits behaupteten weiblichen Emanzipation längst als anachronistisch erwiesen hat. Schließlich entspricht das so rein gar nicht dem Bild der modernen Frau, die sich einfach nimmt, was ihr zusteht. Rechnet man die Erfolge von solchen altbackenen Groschenromanen wie z.B. »50 Shades Of Grey« mit in die libidonösen Gleichungen, dann sind es vielmehr die Frauen, die nach wie vor rückständige Rollenzuweisungen bevorzugen.

Weiber glauben aber auch jeden Scheiß, wenn man nur lang genug auf sie einredet. Aufgrund entsprechender feministischer Indoktrination glauben sie z.B. völlig unbeirrt, dass Männer allesamt Dumpfbacken sind, die man ähnlich wie einen Hund über ihr Belohnungszentrum konditionieren kann. Selbst wenn Frauen jahrelang in (sexueller) Einsamkeit verharren, weil sie »nicht den Richtigen finden«, dann immer nur deshalb, weil die Männer, mit denen sie es zu tun haben, nicht gut genug für ihre Prinzessinnenwünsche sind. Nicht mal »Sitz!« oder »Platz!« können die Tüpen richtich! Aber niemals kämen Frauen auf die Idee, dass sie aufgrund ihrer beschränkten Sichtweise vielleicht selber als langweilig und gewöhnlich wahrgenommen werden. Und so gerät Groschenromantik gepaart mit der sexuellen Performance nahe an der Duldungsstarre zu einem zwischenmenschlichen Ladenhüter. Es sagt übrigens einiges über den intimen Vertrauensverlust aus, dass viele Männer sich ungezwungener mit Pornografie beschäftigen als mit realen Frauen. Ich weiß, das hört niemand gern, auch wenn es längst eine Tatsache ist.

In eine ähnliche Richtung geht auch ein Artikel von Telepolis-Chefplauderer und »Studien haben gezeigt, dass...«-Berichtbestatter Rötzer bei Telepolis. Der zitierte neulich eine Untersuchung, nach der sich der moralische Kompass bei Jugendlichen verschoben hat. So denken inzwischen statistisch betrachtet insgesamt mehr junge Leute, dass es moralisch verwerflicher ist, keinen Müll zu recyceln als regelmäßig Pornos zu konsumieren. Dabei stimmt es einen versöhnlich, dass auch immer mehr junge Frauen an den schmuddeligen Segnungen des digitalen Zeitalters partizipieren, also nicht nur adoleszente Jungs. Ob dieser gesteigerte Konsum aus einer schieren Notlage entsteht, lässt der Bericht allerdings offen. Wie auch immer, die Lernkurve in Sachen simulierte Extase und allgemeine, schlafzimmertaugliche Turnübungen dürfte höher sein als all die verkopften Versuche, angebliche »Diversität« in schulische Bildungspläne zu stopfen. Wer will denn schon mit dem ganzen linksfeministischen Mief im Hinterkopf eine Nummer schieben? Is ja eklig. Ich spreche da leider aus Erfahrung.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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