Header

Artikel Detailansicht

< Vorsicht Kultur • Heute: »Trumbo«
   

Künast und ihr Hasskommentar

19.07.2016

Hasskommentare erkennt man zuverlässig am übermäßigen Gebrauch von Satzzeichen!!!!! Ups.

Die grüne Renate Künast trat heute mit ihrem Twitta-Posting offiziell dem Club der dummen Hühner bei. Nach der Attacke eines 17-jährigen Afghanen auf eine chinesische Familie in einem fränkischen Regionalzug zwitscherte sie aufgeregt (?????) in die Runde, ob die Polizei den offensichtlich durchgeknallten und selbsterklärten Gottesverkünder nicht besser nur kampfunfähig hätte machen können, statt ihn gleich zu erschießen. Aber nicht mal ihre grünen Gesinnungsfreunde honorierten ihre Vorstellung von Polizeiarbeit, wie der nölige Spiegel am Nachmittag vermeldete.

Über die Gesinnung der Grünen und ähnlicher »Klugscheißer« (O-Ton des Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt) muss man im Grunde nicht viele Worte verlieren. Zumindest, was deren Weltbild betrifft, denn das ist ausgesprochen schlicht, naiv und langfristig auch selbstschädigend. Was Künasts Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Polizeiarbeit antreibt, war nämlich auch das Thema bei vielen anderen Ereignissen, wie u.a. die Kölner Silvesternacht: Der Eindruck, die Behörden oder die Bevölkerung könnten etwas gegen Ausländer haben, überlagert jede Faktenanalyse, jede polizeiliche Aufarbeitung und lenkt von grundsätzlichen Problemen mit der Flüchtlingskrise ab bzw. spielt anderen demagogisch agierenden Gruppierungen sofort in die Hände.

War schon die Integrationspolitik vor der Massenzuwanderung weit entfernt davon, praktikabel oder gar respektabel genannt zu werden, so hat sich nach Öffnung der Grenzen durch Merkel im Herbst vergangenen Jahres innerpolitisch im Grunde nichts getan. Nicht einmal die zunächst euphorisierten Wirtschaftsmagnaten (Hey, billige Arbeitskräfte, juhuu!!!) mögen nach sovielen Monaten der Flüchtlingszelte und der Elendsverwaltung noch das Hohelied von Multikulti mitträllern. Geradezu grotesk ist, dass die Auseinandersetzung über die Auswirkungen der Masseneinwanderung, so schmerzlich sie auch sein mag, eben genau dadurch Ausländerfeindlichkeit aufbaut, indem sie mit einer verniedlichenden Attitüde vermieden wird. »Die armen Flüchtlinge sind aber ganz arm dran« oder »Wir schaffen das« als universale Diskussionskiller sind keine Argumente, mit denen man Probleme löst, sondern erst welche schafft – und zwar gewaltige.

Es ist z.B. inzwischen bekannt, dass mehrere Attentäter von Paris und Brüssel über Flüchtlingsrouten und unter Ausnutzung der pseudo-toleranten Einwanderungspolitik der Merkel-Regierung in Deutschland (z.B. in Ulm) ungehindert ihren Anschlagsplanungen nachgehen konnten. Böse Zungen werden behaupten »An Merkels Händen klebt das Blut von Paris und Brüssel«. Sie wird in die Geschichte eingehen als die Regierungschefin, die durch ein völlig weltfremdes Toleranzverständnis zur Eskalation islamistischer Gewalt in Europa beigetragen hat. Und sie befördert die diversen Radikalisierungen (auf welcher Seite auch immer), indem sie monatelang lautstark vor sich hin schweigt.

Ebenso wenig helfen die ständigen Erklärungsversuche von den »Einzeltätern« oder dem »Islamismus, der nichts mit dem Islam zu tun hat« weiter. Damit wird dem an sich säkularen Staat eine Religionsdebatte aufgezwungen, deren fatale Auswirkungen wir geradezu exemplarisch in der Türkei mitverfolgen können. Religionsfreiheit bedeutet eben genau nicht, dass Religionen tun und lassen können, wonach ihnen gerade der Sinn steht. Schon aus religiösem Verständnis nicht: Wie anmaßend muss man sein, wenn man als unvollkommener, fehlerhafter Mensch (das sind wir alle) uns der allwissenden Unfehlbarkeit eines Gottes bemächtigen? Wäre ich Gott, ich fühlte mich stante pede beleidigt und würde ein Zeichen der Mäßigung gegen diese Arroganz setzen.

Auch geben die Verhältnisse in der arabischen Ursprungsländern des Islam nichts her, was eine moralische Überlegenheit (das ist die Antriebsfeder der islamistischen Attentate) rechtfertigen würde. Außer großen Ölvorkommen existiert dort kaum etwas, was zur Linderung der großen Menschheitsfragen wie Armut, Hunger und Gerechtigkeit, Wissenschaft und Kultur in nennenswertem Umfang beigetragen hätte. Das würde auch nicht besser, wenn der Islam großflächig in Europa intervenieren würde. Allerdings ist es wahr, dass gerade unsere Regierungen im Westen mit ihren Kriegsgebaren eine erhebliche Schuld an diesem Zustand haben. Und auch hier muss man Leuten wie Merkel unter die Nase reiben, dass sie dieses Gefälle und ihren eigenen Anteil daran nicht einmal wahrnehmen. Plastisch gesprochen: Wenn ein Land wie Saudi-Arabien Krieg führt (gegen den Jemen) oder nachweislich terroristische Gruppierungen unterstützt, dann hat der Waffenverkauf dorthin sofort und ohne halbgare Rechtfertigungskanonaden aufzuhören. Punkt aus, Ende der Diskussion. Alles andere ist Verlogenheit und nicht diskutabel. Es ist u.a. diese unglaubliche Heuchelei, die der Merkel-Regierung hoffentlich bald die Mehrheit kosten wird; ganz abgesehen davon, dass damit bestehende Gesetze verletzt werden (keine Waffenlieferungen in Kriegsgebiete).

Deutschland ist kein ausländerfeindliches Land, im Gegenteil. Ich habe lange genug im Ausland gelebt und war lange genug mit internationalen Teams in Europa unterwegs, um das beurteilen zu können. Es gibt kein Land in Europa, dass sich so übervorsichtig mit kulturellen oder ethnischen Konflikten befasst wie unseres. Es gibt kaum ein Land auf der Erde, dass sich seiner üblen, rassistischen Vergangenheit in dem Umfang gestellt hat wie unseres. Es gibt kein anderes Land, das einen derartigen Schuldkomplex seit vielen Jahrzehnten in aller Öffentlichkeit, auf jedem zweiten TV-Kanal oder in Form von hunderten Gedenkstätten mit sich herum trägt. Es gibt kein anderes Land in Europa, dass eine derart unbedeutende Nazi-Partei hat. Nein, auch nicht die viel gescholtene AfD mit ihren sicherlich teilweise grenzwertigen Vertretern ändert daran etwas. Im übrigen wird auch in allen anderen Parteien fleißig Unsinn verzapft. Natürlich ist die Erinnerung an vergangene, düstere Zeiten absolut notwendig. Doch wer behauptet, dass die Deutschen oder der deutsche Staat sozusagen einen immanenten militaristischen Webfehler haben oder wegen irgendwelcher ethnisch-genetischer Prädispositionen in der Bevölkerung permanent von Barbarei bedroht sind, hat nicht die Bohne verstanden und wird immer wieder bei denselben Fehlern landen.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass mir dieser Hochsommer, das sogenannte »schöne Wetter« komplett auf den Keks geht? Also, Feierabend für heute, ab unter die Dusche.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

06.11.2019

Ein kleiner Zwischenbericht aus der Welt der Krankenhäuser, Pflegedienste und Krankenschwesterinnen.

Kat: Diverses