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Die Frauenkarte...

02.10.2016

...verliert als Standardwährung immer mehr an Wert.

Neulich las ich, dass Jörg Kachelmann seinen Prozess um Schadensersatz gegen Claudia D. gewonnen hat. Das ist natürlich erfreulich, aber wahrscheinlich für nicht prominente Normalsterbliche, die wegen einer Falschbeschuldigung in die Mühlen der Justiz geraten, eher die Ausnahme. Wenn ich nochmal an den Fall Horst Arnold erinnern darf: Der wurde zwar auch vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen (nachdem er jahrelang unschuldig im Knast gesessen hatte), aber das führte nicht zu irgendeiner Entschädigung, im Gegenteil. Die Behörden behandelten den verbeamteten Lehrer nach seinem Gefängnisaufenthalt wie einen Berufseinsteiger samt entsprechender Einbußen.

Bemerkenswert war D.'s Kommentar nach der Urteilsverkündung:

 

Jörg Kachelmanns Ex-Geliebte sieht sich als Opfer eines „Justizskandals“. Ihr vorzuwerfen, sie habe die Vergewaltigung nur erfunden, sei „ein katastrophales Fehlurteil“ eines „rein männlich besetzen Senats“, sagte sie nach der Urteilsbegründung. Das Gericht wolle ein Exempel statuieren: „Man will uns Frauen stumm schalten.“ Die Richter beschimpfte sie mit den Worten „Ihr armseligen, feigen Frauenverächter“.

 

Das ist ein extrem beliebter Kniff der meisten Frauenbeseelten. Unabhängig davon, ob die Beklagte sich im juristischen Sinn schuldhaft verhalten hat oder nicht, werden derartige persönliche Niederlagen nur allzu gerne zu einem Generalangriff auf das weibliche Geschlecht umgedeutet. Etwas ganz ähnliches passierte ja auch neulich im Gina-Gina-Fall, bei dem sich selbst bestimmte Minister lieber der gefühlten weiblichen Wahrheit hingaben, statt sich auf die trockenen und spaßfreien Feststellungen eines unabhängigen Gerichts zu verlassen. Der »Mann als Frauenfeind« ist inzwischen derart überstrapaziert worden, dass er inzwischen zur allgemeinen Folklore geworden ist. Zudem ist der schnöde Alltag weit weniger schrill, als es z.B. oft auf Twitta oder Fakebook aussieht (natürlich nur, falls Twitta & Co. nicht sowieso schon zum Alltag geworden ist). Oder wie es Spiegel-Schreiberin Margarine Koslowski u.a. es uns weismachen wollen.

Die feministischen Zicken wussten und wissen natürlich ganz genau, dass sie mit solchen Parolen wie »Frauenverächter« schwer unter die Gürtellinie zielen, aber übersehen, dass sie auf lange Sicht aus der Nummer nicht mehr gesittet rauskommen. Mit den Jahren merkt nämlich auch der letzte Depp, dass solche Nickeligkeiten nicht mit Anstand zu gewinnen sind. Ich habe bis zum Erbrechen devote Betamänner erlebt, die in den Hochzeiten dieser Parolen stundenlang mit irgendwelchen verwöhnten Wohlstandstrienen über »Frauenfeindlichkeit« und ihre persönliche Unschuld in dieser Frage debattierten – ohne Erfolg. Es war also letztlich vollkommen egal, ob man das antifeministische Arschloch raushängen ließ oder ob mann die Frauenzimmer von der »weiblichen Seite im Mann« zu überzeugen versuchte. Alles Blödsinn.

Früher war leider vieles besser – vor allem für Feministinnen. Frau konnte von multiplen vorgetäuschten Orgasmen schwafeln, von der deprimierenden und immer angespannten »emotionalen Intelligenz«, von auf Hochglanz polierten »Social Skills«, von Multitasking im Zehnerpack und diversen anderen weiblichen Exklusiv- und Alleinstellungsmerkmalen, die nie zuvor ein Mensch entdeckt hatte. Aber nach solchen zwielichtigen Figuren wie Thatcher, Nuland, von der Laien, Lagarde, der Dicken (deren Namen ich mir nie merken kann) und nicht zuletzt der nöligen Merkel ist die Luft irgendwie raus. Das waren doch alles keine Lichtgestalten, um es mal höflich zu formulieren. Naja, und diese Hillary reißt es auch nicht gerade raus, im Gegenteil (Trump dito; aber das ist eine andere Baustelle). Und jezz? Wo ist das Zeitalter der Frauen geblieben? Ach so, das ist ja gar nicht mein Problem, hehe.

Feinstes Zickentheater gab es auch neulich im Fall Behrends bei der Berliner CDU zu bestaunen. Wenn ich das richtig verstanden habe, ging's grob darum: Ältere und verdiente CDU-Frauen werfen einer jüngeren Frau namens Behrends vor, sich wie ein Shootingstar auf irgendeinen Posten »hochgeschlafen« zu haben. Gleichzeitig hat ein anderer heterosexueller privilegierter weißer CDU-Mann diese Frau auch noch gönnerhaft mit einem Nagetier (Maus) verglichen, als hinterhältiges Kompliment getarnt. Außerdem gab es eine Menge Getuschel über ein paar Schäferstündchen mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber. Was sagt eigentlich Frau Tauber dazu? Laut Frau Behrends ist das alles jedenfalls übelster Sexismus und zusammen mit dem Ärger über ihre neidischen Schwestern hängt bei den Berliner Wahlverlierern momentan der Haussegen schief. Die Behrends hätte das alles eigentlich viel stressfreier und unbefleckter (mutmaßlich) haben können, nämlich so wie Petra Hinz von der SPD, die ja bekanntlich ihre Qualifikationen über Jahre komplett erfunden und gefälscht hatte. Als Gaunertrick übrigens eine beachtliche und sehr effiziente Leistung und eine Ohrfeige für ihre genderbesoffenen männlichen Helfershelfer! Das kommt davon. Wenn dann irgendso ein Wichtigtuer was daran zu kritteln hat, heißt es in solchen Situationen einfach: Frauenfeind! Nice trick, really. Übrigens: Frauen, die diesen Trick gekauft haben, haben auch die Produkte »Migräne« und »Nudelholz« gekauft.

Dann gab es noch enttäuschende Nachrichten aus dem Land der zehntausend Schlüpferautomaten, Japan. Denn die Japaner verweigern sich anscheinend gegenseitig massenweise den Sex. Lieber kaufen sie quietschbunte Sexfetische, als sich in der Komplexität japanischer Zweisamkeit zu verheddern. Wahrscheinlich müssen die armen Japaner noch viel mehr Formulare und Einverständniserklärungen vor dem amtlichen Beischlaf ausfüllen als hierzulande; könnte sein. Laut Umfrage war es nämlich vielen Japanern einfach zu kompliziert, sich auf einen Menschen des anderen Geschlechts sexuell einzulassen. Von Schwulen war da glaube ich nicht die Rede, aber die machen ja sowieso, was sie wollen. Die wichtigste Frage dazu (wie bei allen anderen bedrohlichen Entwicklungen dieser Kampfklasse auch) lautet natürlich »kann das auch in Deutschland passieren?«. Man kann durchaus sagen »Ja, das ist auf einem guten Weg«. Außerdem: Herrscht nicht sowieso bei den Asiern Überbevölkerung? Ich frag nur aus ganz pragmatischen Gründen. Ich mag »Kill Bill« und »Der Samurai mit der Todeskralle«!

Was war mir noch aufgefallen? Ach ja, ein Link aus einem Forum (weiß nicht mehr) zu einem Welt-Artikel über Lästermäuler in rein weiblichen Runden – zum Glück von Birgit Kelle geschrieben, denn derselbe Artikel von einem Mann geschrieben, hätte wieder eine Kampagne #Grrh! und einen wichtichen TV-Märchenpreis provoziert. Die Neigung zu derben verbalen und oft extrem vulgären Ausfällen, wenn sich Frauen unbeobachtet fühlen, ist real; insbesondere, wenn sie untereinander sticheln und kritteln. Wenn man mal zufällig Ohrenzeuge solcher DebattInnen wird, kriegt man oft heiße Ohren und schämt sich für seine MitmenschInnen, ich schwöre. Meine Tochter kann z.B. heute noch minutiös aufzählen, welche Freundin ihr in der Grundschule mal was Böses gesagt hat. Faszinierend. Als Jungs haben wir uns auch schon mal ab und zu einen auf die Zwölf gegeben – und gingen danach oft zusammen Fußball spielen. Those were the days.

Zum Schluss noch ein paar lose Links durchgehechelt: Offenbar ist Berlin eine einzige Schlangengrube für sexistische Umtriebe (mal Narrowitsch fragen). In einem traditionsreichen Ruderclub kam neulich die Debatte darüber auf, dass dort keine OhnegliederInnen erlaubt sind, nur Mitglieder. In dem Zusammenhang: Was war eigentlich nochmal die Intention von »Frauenbibliotheken, Frauenparkplätzen, Frauenfriedhöfen« und ähnlichen »Safe Spaces«, hm? Aber das ist sicher etwas ganz anderes, das ich als Mann gar nicht verstehen kann. Ich bin mir aber relativ sicher, dass Frauenministerin Schwitzig irgendwo noch einen Fördertopf in Millionenhöhe für derartige Frauenanliegen wie »geschlechtergerechtes Rudern« oder ähnliche genderkompatible Leibesübungen hat. Einfach mal in Berlin anrufen!

Immer wieder unterhaltsam ist Videobloggerin (und Cosplayer von sich selbst) »ShoeOnHead«, diesmal mit ein paar Gedanken zu den vielfältigen Geschlechtern, die man sich heutzutage einhandeln kann. Zum Beispiel darf man sich neuerdings als »Greygender« fühlen – zumindest, wenn man auch das Sternzeichen Zwilling hat. Aber eigentlich muss man das nicht wissen, stimmt shon.

Außerdem: Ein oberstes Gericht in Italien hat angeblich öffentliches Masturbieren erlaubt, behauptet Conan. Leider gilt diese Regelung nur für Italiener. Wär das nicht auch was für Japan?

Die »Titanic« hat eine wirklich hübsche und romantische Bilderstrecke zum Thema »Neulich an der Supermarktkasse« veröffentlicht und »Cyanide And Happiness« klären uns über die Vor- und Nachteile von Elternschaft auf. Den Schluss setzt Stephen Colbert:


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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