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Audi-Gate

07.02.2017

Wen soll der neueste Werbeclip von Audi in den USA eigentlich ansprechen?

Auch Audi setzt mit seiner Werbung neuerdings auf das übliche Gender-Pay-Gap-Geheule der »liberalen« Gesellschaftsschichten in den USA (wobei »liberal« hier weniger eine bestimmte politische Richtung bedeutet, sondern mehr »alles, was nicht republikanisch ist«).

Im jüngsten Audi-Werbefilm, der beim »Super Bowl« lief, sieht man ein Mädchen, das sich gegen fiese, überfressene Jungs bei einem Seifenkistenrennen souverän durchsetzt. Dazu erzählt eine väterliche Stimme aus dem Off, wie schlimm es doch bisher war, weil Frauen als »weniger wert« angesehen wurden. Selbst ihrer Großmutter ging das angeblich so. Doch – oh Wunder – der Audi-Konzern hat, in Vertretung durch die fürsorgliche Papa-Stimme aus dem Off, die Zeichen der Zeit erkannt und setzt sich jezz aber endlich mal für die Belange der ewig unterdrückten Frauen ein. Die Message lautet also: Wer einen Audi kauft, handelt feministisch korrekt. Bürger, kauft bloß nicht bei Antifeministen; nicht mal einen Gebrauchtwagen!

Der verunglückte Clip hat bei Youtube etwa gleich viele Likes wie Dislikes eingefahren. Wer die Psychologie der Youtube-Liker ein bisschen kennt, der weiß, dass das einer Hinrichtung (also des Clips) gleich kommt. Da wird die Audi-PR-Agentur aber demnächst ordentlich was zu hören kriegen.

Auch in den Kommentaren zum Clip kommt das Thema GPG (Gender Pay Gap) gar nicht gut weg. Hätte Audi ein wenig recherchiert, dann wüssten sie, dass man solche Triggerthemen in Werbespots nur dann bringen sollte, wenn man über belastbare Fakten verfügt, die die vermittelte Botschaft wasserdicht unterstützen. Aber anscheinend sind die vielen Kommentatoren auf Youtube in diesem Punkt bereits entschieden weiter: »The gender pay gap is debunked«. Das ist erfreulich, zeigt es doch, dass die bisherige feministische Propaganda der permanent (und aus reiner männlicher Boshaftigkeit) unterbezahlten Frau beim gemeinen Fußvolk kaum noch Eindruck macht. Selbst Frauenministerin Schwitzig musste neulich ihren primitiven feministischen Wortschatz komplett ausreizen, als sie schon wieder von dem 23-%-Lohngefälle zwischen Männern und Frauen anfing. Denn dass das Statistische Bundesamt mittlerweile von einem nur achtprozentigen Gefälle spricht, ist selbst in Schwesigs Käseglocke angekommen und kann von ihr nicht mehr wie bisher ignoriert werden.

Allerdings sollte man sich keine Illusionen darüber machen, dass man mit Fakten und nachprüfbaren Argumenten dem feministischen Spuk in absehbarer Zeit ein Ende setzen kann. Die Mär von der allzeit benachteiligten Frau wird sehr aggressiv beworben, so z.B. auch gestern beim Klebrigen Klaus im »heute journal« (auch bei Spülgel-Online war das gestern ein Thema): Da wurde einmal mehr das tatsächlich erbärmliche Verbrechen »weibliche Genitalverstümmelung« breitgetreten – was ja für sich betrachtet durchaus seine Berechtigung hat. Dass diese unselige Praxis überwiegend von Frauen durchgeführt wird, erfährt man allerdings nur, wenn man selber recherchiert. Dass die misslungenen Beschneidungen von Jungen gerade in Afrika (davon war gestern die Rede) die der Mädchen um ein Vielfaches übersteigen, erfährt man ebenfalls nur durch Eigeninitiative. Wer außerdem noch nicht vollends von journalistischer Demenz befallen ist, dem klingelt auch noch lautstark im Ohr, wie sich der gesamte Bundestag seinerzeit in einer rasend schnell durchgepeitschten Stellungnahme für die Beschneidung von Jungs ausgesprochen hat. Denn man wollte ja die »religiösen Gefühle« von Juden und Moslems nicht verletzen. Dass man damit die Geschlechtsteile von minderjährigen Jungs ohne faktische Notwendigkeit teils aufs Gröbste und unwiederbringlich verletzt, war den Vortänzern im Bundestag damals allerdings scheißegal. Wofür sollte der liebe Gott nochmal die Vorhaut erfunden haben, wenn man – zumindest laut religiösem Dogma – ohne sie viel doller an Ihn glauben kann?

Ähnlich esoterisch muss man sich das Konglomerat aus feministischer Gehirnwäsche, Politik und Presse vorstellen. Allerdings reagiert diese etablierte Meinungsmaschine mit ihrer umfassenden Kontroll- und Regulationswut immer häufiger panisch. Das kann man u.a. an den vielen Kampagnen erkennen, mit denen unliebsame Meinungen niedergebrüllt werden sollen – wie z.B. neulich bei den gewalttätigen Ausschreitungen in Berkely gegen Milos Yiannopoulos. Es ist einigermaßen bizarr, dass die selbst erklärten »progressive leftists« mit solchen Eskapaden ihren vermeintlichen »faschistischen« Feinden auch noch zu einer gesteigerten Publicity verhelfen, wie in diesem speziellen Fall geschehen. Soviel Blödheit hatten wir schon lange nicht mehr.

Auch solche Absurditäten wie die plötzliche Reinkarnation der Spezialdemokraten wegen eines Messias mit Halbglatze (Martin Chulz), der von Brüssel darnieder stieg, um dem deutschen Prekariat die Errungenschaften der SPD schmackhaft zu machen, gehören zum festen Programm derselben in sich versponnenen, linkslastigen Meinungsführerschaft. Chulz ist nämlich für sich genommen eigentlich nur so gut, wie Merkel schlecht ist. All das fantastische Gerede über ihn, wie man es momentan in den Nachrichten lesen muss, ist journalistisch betrachtet reine Esoterik. Ähnlich nebulös redet dieser Mann ja auch, seit er auf der Bildfläche erschienen ist. Es gibt nur seine konstruierte Aura und eine ausgewachsene Pressekampagne dazu. Irgendwer an den Schaltstellen der Macht hat offensichtlich von Merkel die Nase voll, sonst würde der SPD-Kamikaze Chulz nicht mit derart viel heißer Luft in den Himmel geschrieben. Hat sich Merkel vielleicht mit Friede Springer überworfen?

Ich verstehe das ja: Lieb gewonnene Halbwahrheiten und übliche Feindbilder »geben dem Tag Struktur« (Volker Pispers) und sichern Arbeitsplätze und Einkommen in der Politik, der Presse und der Helferindustrie. Außerdem muss man selber nicht mal dabei denken oder überlegen, denn man gehört von vornherein zu den Guten. So ähnlich schreibt jedenfalls die gesamte etablierte Presse. Wenn man diese Selbstbeweihräucherung allerdings einmal von ihrer gutmenschelnden Esoterik befreit, bleibt nichts als nacktes Spießertum übrig. Das ist ziemlich bitter für eine Bewegung, die ursprünglich mal gegen gesellschaftliche Verkrustungen angetreten war. Nun stehen sie selber auf der anderen Seite – blöd gelaufen.

Apropos »Messias mit Halbglatze«: Den habe ich tatsächlich mal persönlich kennengelernt. Das war während einer Tour mit »Jesus Christ Superstar«. Der arme Kerl (Michael hieß er, ein US-Amerikaner) musste natürlich während der Auftritte ständig mit Perücke spielen, sonst hätte man ihm das übliche Jesus-Image nicht abgenommen. Wenn es nach den Gigs zur Autogrammstunde kam, hat man ihn dann in seiner Alltagskluft regelmäßig übersehen. Aber er nahm das locker; Jesus-like eben. Vielleicht sollte Chulz auch mal... ach nee, lassen wir das lieber.

 


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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