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Geschäftsmodell Scheidung?

24.01.2017

Die Kriterien für den Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende wurden deutlich ausgeweitet.

Man kennt das ja: Nach nur relativ wenigen Jahren haben sich Mama und Papa aufgrund von massivem Oxytocin-Schwund nicht mehr lieb und Mama reicht die Scheidung ein. Falls der Papa aber so ein armer Schlucker ist, dass er die Unterhaltszahlungen für die gemeinsamen Kinder nicht erfüllen kann, springt Vater Staat ein – und der versucht natürlich, die Kohle von den unterhaltssäumigen Vätern einzutreiben. Bisher beschränkten sich diese Ersatzleistungen auf Kinder bis zum 12. Geburtstag und für höchstens 6 Jahre lang. Diese Beschränkungen fallen in Zukunft weg, schreibt die FAZ. Demnach zahlt der Staat nun bis zum 18. Lebensjahr der Kinder solche Vorschussleistungen. Etwas schlampig formuliert die FAZ dazu:

Der Bund soll zudem seine Beteiligung an den Kosten erhöhen, um die geschätzten Mehrkosten in Höhe von 350 Euro mitzutragen.


Da fehlt natürlich der Passus »350 Euro pro Kind und Monat«, denn es kann sich wohl kaum um das Gesamtvolumen handeln, das der Bund hierfür veranschlagt.

Unklar ist allerdings noch, ob das SPD-geführte »Ministerium für alle außer Männer« weiterhin mit dem Gedanken schwanger geht, unterhaltssäumigen Vätern den Führerschein abzunehmen. Diese sensationelle Idee schwirrte vor einigen Wochen nämlich den SPD-Vorturnen Gabriel und Maas durch den hohlen Kopf. Außerdem will man sich noch einmal darüber beraten, ob die erfolgreiche Marketingaktion »Ich habe absichtlich die Pille vergessen« neu aufgelegt wird – aus Proporzgründen vielleicht diesmal nicht vom Springer-Konzern, sondern über die Bertelsmann-Stiftung lanciert. Schließlich muss Liz Mohn ja auch von irgendwas leben. Das berichtete jedenfalls unsere Fake-News-Abteilung aus gewöhnlich schlecht unterrichteten Kreisen.

Bevor jezz wieder die üblichen maskulistischen Abwehrreflexe einsetzen, sollte man vielleicht der offen vorgetragenen Ehrlichkeit des Schwesig-Ministeriums doch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zollen. Denn sie befreit die traditionellen Motive einer Familiengründung von all dem aufgepumpten und überflüssigen Firlefanz wie »Liebe, Romantik, Zusammenhalt« und reduziert das Thema »Kinder kriegen« auf einen modernen, nämlich rein monetären Ansatz. Das entspricht auch voll und ganz der feministischen und somit der klassischen SPD-Logik. Immerhin war es seinerzeit SPD-Frau Zypries, die meinte, Familie existiere überall da, »wo es einen Kühlschrank und Kinder gibt«. Von Vätern ist bei der SPD jedenfalls schon lange keine Rede mehr. Insofern sorgt diese familienpolitische Marschrichtung auch bei Männern für eine gewisse existenzielle Planungssicherheit: Mann sollte sich vom Thema Familie möglichst fernhalten. Danke SPD, danke Feminismus für diese klare und eindeutige Stellungnahme!

Helle Aufregung gab es erwartungsgemäß im Zusammenhang mit der Vereidigung des neuen US-Präsidenten, inklusive handfester Randale, Sachbeschädigungen und Gewaltausbrüchen. Denn entgegen aller »demokratischer« Erwartungen hat man diesen ungeliebten Trump doch tatsächlich zum Präsidenten gemacht. Vor der Wahl hatte sich das Clinton-Lager noch darüber entrüstet, dass Donald Trump, sollte er die Wahl verlieren, mit handfesten Protesten gedroht hatte. Wie wir uns erinnern, galt Clinton vor der Wahl als eindeutige Favoritin für das Amt und die Wahl Trumps als vollkommen undenkbar. Trumps Äußerungen zu etwaigen Protesten wurden damals zurecht als ungebührlich und gefährlich für die demokratischen Gepflogenheiten gewertet. Nun ist aber das »liberale« Lager im Dunstkreis der US-Demokraten selbst dazu übergegangen, eben diesen gewalttätigen Protest zu tolerieren, inklusive der – natürlich rein hypothetischen – Frage von CNN, was eigentlich passieren würde, wenn man Trump vor seiner Vereidigung umbrächte. Ob man sich diese Frage umgekehrt auch bei Clinton gestellt hätte? Aber nein, sie ist doch eine »1st female whatever«. Und »1st Females« gelten heutzutage als sakrosant, weiß doch jeder; selbst dann, wenn sie mit extrem frauenfeindlichen Regimes wie Saudi-Arabien auf du und du stehen (Clinton-Stiftung). Prinzessinnen-Politik!

Äußerst merkwürdig war auch der Umstand, dass ausgerechnet eine Hamas-Sympathisantin als eine der Hauptinitiatorinnen für den »Frauenmarsch gegen Trump« verantwortlich zeichnete. Mit solchen zweifelhaften Allianzen hat man im liberalen Lager offensichtlich keine Probleme, zumindest solange sie den eigenen kurzfristigen politischen Zielen dienen. Überhaupt sind auf beiden Seiten Skandalismus und Alarmismus inzwischen zum alltäglichen Mittel der politischen Auseinandersetzung geworden – nicht nur in den USA übrigens, auch hierzulande. Man könnte nun so einiges mutmaßen: Was sagen derartige Koalitionen über die eigene Redlichkeit aus? Werden sie ebenso schnell über Bord geworfen, wie sie eingegangen werden, sobald sich herausstellt, dass längst nicht immer »der Feind meines Feindes mein Freund ist«? Oder sind solche Koalitionen solange akzeptabel, solange ein bestimmtes machtpolitisches Ziel verfolgt wird? Im Zeitalter der digitalen Informationsverarbeitung könnte das auf Dauer zu einem enormen Stress und zu einem beachtlichen Rechtfertigungsdruck führen. Über den Faktor Integrität wollen wir hier einmal großzügig schweigen, gelle.

Für die Philosophen unter meinen Lesern ist vielleicht auch noch eine andere Frage in diesem Zusammenhang interessant: Wie konnte es nach der gehypten Obama-Präsidentschaft überhaupt dazu kommen, dass ausgerechnet so ein Hallodri wie Trump zum Nachfolger gewählt wurde? Selbst wenn man ein ausgesprochener Befürworter der demokratischen Regentschaft ist, muss man sich doch die Frage stellen, was während Obamas Amtszeit so überaus schiefgelaufen ist, dass ein Nachfolger wie Trump überhaupt nach oben gespült werden konnte? Dazu gehört u.a. die Frage, warum die Demokratische Partei in den USA derart viel Energie gegen den eigenen Mitbewerber Bernie Sanders aufgewendet hat. Natürlich kann man nicht verlässlich behaupten, dass Sanders gegen Trump größere Chancen als Clinton gehabt hätte. Aber die Art und Weise, wie diese Partei gegen den eigenen Kandidaten Sanders seinerzeit intrigiert hat, mag gehörig zum Vertrauens- und schließlich zum Wahlverlust der Demokraten beigetragen haben. Wenn selbst jemand wie Trump als Protestnote gegen das bisherige Establishment funktionieren konnte, dann sagt das außerdem eine Menge darüber aus, wie weit dieses Establishment von den Nöten amerikanischer Durchschnittsbürger entfernt sein muss. Aber dieser Vorwurf trifft die Republikaner ebenso, denn niemand aus der endlosen Reihe von republikanischen Präsidentschaftskandidaten konnte den merkwürdig gefönten Trump aufhalten, nicht mal eine Sekunde. Die Blamage der Entfremdung vom eigenen Wähler besteht also auf beiden Seiten. Auch bei uns soll es ja demnächst ein paar Wahlen geben – wollte nur mal dran erinnern, so als kleiner Diskussionsbeitrag für das hiesige Wahlkampfmanagement der kommenden Monate.

Sensationismus gibt es neuerdings (auf einer anderen Ebene) aber auch in der Provinz. Denn im Kreis Wesel wurde jetzt ein Verfahren eingeführt, dass es Frauen ermöglicht, bis zu zehn Jahre nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung Anzeige zu erstatten, schreibt die RP-Online. Frauen können nun anonymisiert Urin-, Sperma- oder Haarproben sowie Abstriche und Bilder von Verletzungen für zehn Jahre zur Aufbewahrung abgeben, wenn sie sich nicht sicher sind, ob sie missbraucht wurden. Was sich für einfache Gemüter als »Gerechtigkeit im Sexualstrafrecht« anhört, klingt jedoch sehr nach einem bemühten und wenig pragmatischen Aktionismus der üblichen »weißen Ritter« bzw. »Manginas«, die – außer sich selbst natürlich – am liebsten jeden Mann unter Generalverdacht stellen möchten. Obwohl: Wenn ich's mir recht überlege, muss ja »anonym aufbewahren« nicht unbedingt »gratis aufbewahren« bedeuten. Wo gab's nochmal Gewerbescheine?

Es mag ein jeder selbst entscheiden, ob er sich in diesem Klima noch auf traditionelle sexuelle Beziehungen einlassen möchte oder ob er die latente Anwesenheit der Strafverfolgungsbehörden bei jedem mittelmäßigen Sexualakt mit potenziell juristischem Nachspiel akzeptabel findet. Was bin ich froh, dass ich mich in meiner Jugend so folgenlos und unbeschwert – und meistens zum Gefallen der Damenwelt – austoben konnte. Heutzutage kann man das jungen Männern nicht mehr anraten, im Gegenteil.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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