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20.02.2019

Dämlicher geht's kaum: Das »Framing«-Papier der ARD

Als wäre es nicht schon peinlich genug, was unsere Höchstleistungsmedien zu laufenden Entwicklungen in Staat und Gesellschaft seit Jahren so fabrizieren: Nun möchte das vielfach diskutierte »Framing-Paper« der ARD mit allerlei nebulöser Wortakrobatik ihr offensichtliches journalistisches Unvermögen schönreden.

Die Liste der medialen Dämlichkeiten ist lang und schmutzig: Fehlende Distanz zur Regierungsmeinung (z.B. Flüchtlingspolitik, Umgang mit der AfD), das Weglassen essentieller Informationen bei brisanten politischen Entwicklungen (NSU-Komplex, Amri bzw. Attentat am Breidscheidplatz), plumpe Indoktrination und Agitation (angebliche »Hetzjagd« in Chemnitz, allgemeine Russlandpolitik, nervtötendes Anti-Trump-Bashing) und nicht zuletzt die Märchenerzählungen à la Claas Relotius, der nur stellvertretend für eine ganze Reihe von manipulativen »Berichtbestattern« in den Hauptmedien steht – all das soll nun mit moralinsaurer, bauchgefühlter Rabulistik unters Fußvolk gestreut werden, um den eh schon fürstlich entlohnten Staatsfunk – der teuerste der Welt, wie man weiß – noch fetter zu machen.

Schon die Basics taugen nicht als Rechtfertigung für diesen medialen Faux Pas. Eine Zwangsabgabe wie die GEZ, ungeachtet dessen, ob man dieses Angebot haben will oder nicht, bleibt eine Zwangsmaßnahme und zwar völlig egal, wie man das nun verbal verzuckert. Von einem »Wir-Gefühl« im Verhältnis von Zwangs­beglückten und regierungstreuem Staatsfunk zu reden, ist in sich schon eine Groteske. Man kann das nämlich auch feudalistisch finden.

Der (meist gut begründeten) Kritik der »alternativen Medien« und Blogger am öffentlich-rechtlichen Output will man also mit neuen, blut- und inhaltsleeren Wohlfühl-Wordings aus den Niederungen des Heile-Welt-Infantilismus begegnen? Wäre dieses Unterfangen im Hinblick auf seine mediale Reichweite nicht so ernst, man müsste in ein schallendes ROFL ausbrechen.

Obwohl, ein gewisser Respekt vor ihrem Arbeitseifer sei den Indoktrinatoren und Schönsprechern durchaus zugestanden. Würden sie sich nur mit derselben Vehemenz und Detailverliebtheit ihrem eigentlichen journalistischen Auftrag widmen! Aber ach, das würde ja bedeuten, dass man auch mal gegen den Strom recherchieren muss, sich mit Großkopferten aller Art anlegen muss, sich auch mal aus anderen Quellen als den monopolistischen Nachrichtenagenturen auseinander­­setzen muss (es gibt nur sehr wenige dieser Aggregatoren). Da ist es natürlich simpler, sich mit viel Bauchgefühl ausgestattete Pamphlete aus den Fingern zu saugen – wobei die drängendste Frage in so einem selbstverliebten Alltagsgeschäft wohl die ist, wer denn nochmal für frischen Büro-Kaffee zuständig war und nicht, wie man die Qualität der eigenen Profession steigern könnte. Ja, der Alltag eines öffentlich-rechtlichen Medien-Minions ist schon hart, newahr. Soviele Powerpoint-Probleme!

Nicht mal der Selbsterhaltungstrieb veranlasst die Medien, ihren Konsumenten mit einem gewissen Feingefühl und mit einer den Situationen angebrachten Neutralität zu begegnen. Obwohl die Auflagen- und Zuschauerzahlen jeden Monat förmlich in den Keller rauschen und immer mehr Menschen auf die Nachrichtenangebote im Internet ausweichen, gefallen sich die Medienmacher ausschließlich als sendungsbewusste Botschafter von meist regierungskonformen Denkvorgaben.

Wenn also schon der eigene Selbsterhaltungstrieb nicht funktioniert, was sollen dann Argumente oder Diskussionen mit Medienmachern über die eigentlichen Sachthemen noch bewirken? Sachthemen, die ihrem Wesen nach an Dringlichkeit nichts vermissen lassen, sieht man sich z.B. die allgemeine politische Groß­wetter­lage an. Sie (die Medien) haben sich die Universalattacken à la »Lügen- oder Lückenpresse« tatsächlich sauer verdient. Es braucht auch nicht viel intellektuelle Kombinationsgabe für die Frage, wie sich solche Geschichten längerfristig entwickeln, wenn schon jezz die Medienkonsumenten genervt abwinken, sobald sie so einen dummdreisten Unfug aus unseren Hauptmedien oder das alberne Rechtfertigungs-Gequassel irgendwelcher Framing-Papiere vernehmen.

 

Frauen an die Front

Auffällig in diesem medialen Puppentheater ist immer wieder die von oben herab verordnete, nie parlamentarisch diskutierte feminilistische Staatsdoktrin, insbesondere in der Geschmacksrichtung »Querschnittsaufgabe« (alle politischen/gesellschaftlichen Bereiche betreffend).

Nach der neuerlichen Attacke auf sog. »geschlechtergerechte« Palavermente (das berüchtigte Paritäts-Gequatsche) gibt es laut Spülgel-Online nun auch die Notwendigkeit für 50:50-Regelungen bei Botschafter-Posten, der allgemeinen Außenpolitik und sogar beim Militär. Das behaupten jedenfalls die naiven, männerfeindlichen Grünen mal wieder. Neben den unvermeidlichen »Frauen in Führerpositionen« beim Militär sollen sogar reine Frauenbatallione aus dem Boden gestampft werden, um internationale Konflikte und Kriege »geschlechtergerechter« zu machen.

Wie wir ja wissen, bringen Frauen von Natur aus soviel Frieden in die Welt, dass sie z.B. bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr niemals umkommen – sondern immer nur diese kriegsgeilen, draufgängerischen Macho-Typen (und zwar zu hundert Prozent). Selbst beim Sterben drängen sich diese eingebildeten Kerls ständig in den Vordergrund! Wenn das mal kein Beweis ist für die allgemeine Frauenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft!

Komplexes Denken ist den Frauenbewegten in Politik und Gesellschaft also vollkommen fremd. Da fragt man sich als mäßig informiertes Bürgerlein natürlich, ob solche prophetischen Deutungen im Frauenmodus denn tatsächlich davon ausgehen, dass es bei den Kriegen stets um Menschenrechte und um die berühmten »westlichen Werte« geht – und nicht einfach nur um Schürfrechte. Nein, das darf man nicht in Frage stellen, lehrt uns die Presse.

Leider ist der gewöhnliche Spülgel-Leser in dieser Frage oft nicht weniger plemplem als ihre redaktionellen Vorbeter bei Spülgel-Online (s. Forum zum Artikel). Da, wo Frauen an der Macht waren, hat es anteilmäßig viel häufiger Auseinander­setzungen und Kriege gegeben, samt solchen unappetitlichen Phänomenen wie Genozid (Ruanda z.B). Frauen lassen lieber kämpfen und delegieren Gewalt, das ist wahr. Aber ihr Aggressionspotential ist mitnichten geringer und ihre Unterstützung für Unrechtssysteme wie z.B. in Deutschland zwischen 1933-1945 beachtlich. Die »Friedfertigkeit« von Frau Merkel hätte uns seinerzeit zum Beispiel mit den USA bzw. G.W. Bush in den Irak einmarschieren lassen, wäre sie damals bereits Kanzlerin gewesen. Den von den sog. »Weißhelmen« in Duma gefaketen Giftgasangriff wollte Frau Flintenuschi unüberprüft zum Einmarsch unserer Armee nach Syrien nutzen. Hillary Clinton hat Libyen in die Steinzeit gebombt. Und Frau Thatcher führte ihrerseits sogar einen brachialen Krieg um die Falkland-Inseln, ohne überhaupt auch nur einen Moment an diplomatische Befriedungsversuche zu denken.

 

Feminilismus in der Provinz

Frauenpolitische Bräsigkeit und die damit verbundene monothematische Dämlichkeit findet leider auch in der »kleinsten Großstadt Deutschlands«, nämlich im beschaulichen Moers statt, wo ich öfter zu tun habe (liegt am äußersten westlichen Rand des Ruhrgebiets). Als ehemalige Bergbaustadt wollte der Rat der Stadt Moers nämlich neulich einige Ampelmännchen durch Bergarbeiter-Männchen ersetzen.

Prompt fühlte sich das Ratsohneglied Gabriele Kaenders (Linke) dazu aufgerufen, nun auch endlich für frauenbefreiende »Ampel-Mädchen« in Moers einzutreten. Indes, der Wunsch wurde ihr vom Stadtrat versagt. Das führte wiederum zu einem kompletten Tobsuchtsanfall besagter Frau Kaenders im Moerser Rat.

Interessanterweise beträgt die Umstellung einer Fußgängerampel mitten in Moers mit Bergbau-Männchen 3.500,- Euro, die Umstellung auf ein Frauenmotiv 6.500,- Euro. »Tja, Frauen kosten halt immer etwas mehr«, wie mir jeder durchschnittliche Ehemann sicherlich bestätigen wird. Männer sind halt einfach nicht soviel wert in unserer Gesellschaft, nicht mal als Ampelfigur.

Und dann war da noch der vergebliche Versuch einer Motorrad-Polizistin in Moers, einen per Haftbefehl gesuchten Übeltäter dingfest zu machen. Was soll ich sagen, es hat nicht geklappt, der Gesuchte machte sich mit seinem klapprigen Opel Corsa auf und davon. Stattdessen machten sich vier hilfsbereite Bauarbeiter auf die Socken und halfen der düpierten Polizistin bei ihrer Amtshandlung. Soviel zum Thema »toxische Männlichkeit«.

Also, ich würde mir die Sache mit den »reinen Frauenbatallionen« nochmal reiflich überlegen. Die Realität funktioniert irgendwie doch nicht so, wie es uns der »Tatort« sonntags immer weismachen will. Nicht, dass ich diesen frauenfixierten Unterhaltungsdreck gucken würde. Ich mein nur.

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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