Header

Artikel Detailansicht

< Süddeutsche: Frauen erobern mal wieder...
   

Klitorales Erwachen

29.01.2019

Endlich wurden die wahren Ausmaße dieses Organs in der TAZ entdeckt.

Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Artikel anfangen soll. Denn seit gefühlten fünf Jahrhunderten lese ich nun regelmäßig über die schillerndsten Erweckungs­erlebnisse im Zusammen­hang mit weiblicher Lust. Dabei sind unzählige Gruppen­therapien, Selbsterkundungs-Workshops, »bioenergetische« Tanz­meditationen, jede Menge esoterisches Gefasel, Bhagwan-Sannyasins und ihre beleuchteten Swamis, total bewusste/woke Psychotherapeuten im Rollkragenpulli, bunt beschalte Paar­berater und, und, und an meinem geistigen Horizont vorbei defiliert – allesamt mit dem Versprechen, jezz aber mal endlich die Frauen von ihrer störrischen Unlust zu befreien und ins sexuelle Schlaraffenland zu führen.

Das ist auch für Männer spannend bzw. hätte spannend sein können, wenn die Geschichte denn grundsätzlich ergebnisorientiert gewesen und das erlösende, entkrampfende Ende aller sexuellen Missverständnisse in Sichtweite gekommen wäre. Es gibt schließlich nur wenige erbauliche und angenehme Dinge auf der Welt (wie eben Sex), bei denen man nicht sofort dick wird, sich nicht in finanzielle Abgründe stürzen oder in die Illegalität begeben muss, um extravaganten Spaß zu haben. Gut, das mit dem Dickwerden müsste man nochmal ausführlicher ausdiskutieren; zugegeben. Aber ihr versteht das Prinzip.

Laut der Frauenforschung hängt dabei vieles mit einem schambehafteten Verhältnis der Frauen zu ihren Lustregionen zusammen. So ein tüpisch männliches Ding wie »Aha, das fühlt sich aber angenehm an – weitermachen!«, diese prinzipielle Entdeckungslust und Arglosigkeit im Zusammenhang mit erogenen Zonen und Empfindungen, scheint den Frauen wesentlich schwerer zu fallen.

Die gute Bettina Arndt, eine renommierte Paartherapeutin aus Down Under, beschrieb es mal so, dass gestresste bzw. angespannte Männer sich mittels Sex durchaus zuverlässig entspannen können. Bei Frauen funktioniert das so nicht. Hier reicht die kleinste Störung, die geringste Irritation, um das weibliche Lustbedürfnis für Stunden/Tage/manchmal Wochen auf Null zurückzufahren. Ja, die Befürchtung, dass Frauen sich sogar bei der Selbstbefriedigung versehentlich und aus lauter patriarchaler Gewohnheit selber einen Orgasmus vortäuschen, scheint im Bereich des Möglichen zu liegen. Also, mich würde das jedenfalls nicht wundern. Frauen in Stimmung zu versetzen, bedeutet nicht selten einen Batzen Arbeit – darin dürften auch die meisten Tüpen mit mir (und sogar Frau Arndt) übereinstimmen.

Umso ersehnter sind demnach die periodischen Sensationsmeldungen über die wahre Natur der weiblichen Lust, versprechen sie doch, eben diese aus der schambehafteten Schmuddelecke ins Rampenlicht moderner feminilistischer Erkenntnisse zu zerren. Schließlich sind wir in fast allen anderen Angelegenheiten der befreiten, selbstbewussten Frau inzwischen auf modernstem Gendergaga-Niveau angelangt – da kann die Runderneuerung der weiblichen Lust nicht einfach so ignoriert werden bzw. auf der Strecke bleiben.

Zum Glück gibt es für rein biologisch-anatomische Erkenntnisse bei Frauen jezz den Beruf der feminilistischen Kulturwissenschaftlerin, wie z.B. in Gestalt von Frau Louisa Lorenz in der TAZ. Die hat nämlich festgestellt, dass dieser kleine Knubbel, den Frauen zwecks Stimulierung nach außen hin sichtbar eingebaut haben, nur etwa 10 % des Lustgewebes namens Klitoris ausmacht. Der allergrößte Teil ihres Lustorgans befindet sich also mitten in der Frau drin! Na ja, so ganz alleine auf dem Lorenzschen Mist gewachsen ist diese Jahrhundertentdeckung jezz auch nicht, denn »spätestens ab dem 19. Jahrhundert existiert ein recht solides und exaktes medizinisches Wissen«, erzählt sie. Erstaunlicherweise verebbt dieses Wissen aber ebenso häufig, wie es sporadisch in der öffentlichen Diskussion aufpoppt. Das ist sehr schade, denn so müssen die werten Damen mit ihrer sexuellen Erweckung jedesmal bei Adam und Eva anfangen (okay, mehr bei Eva in dem Fall).

Wenigstens ist Frau Lorenz nicht per se männerfeindlich, denn

Wir brauchen ganz dringend Penis-Workshops! Gerade in letzter Zeit kommen immer wieder Männer auf mich zu, die Frauen um den intensiven Austausch über ihren Körper beneiden, den sie in der feministischen Bewegung finden. Für Männer gibt es weniger Möglichkeiten dafür, und die Scham, darüber zu sprechen, ist auch sehr groß. Ich denke aber auch, dass die Leute, die einen Bedarf nach Austausch, Bildung und Reflexion zu Penissen haben, diese Räume schaffen müssen.


Dieses wichtige schlüpfrige Femi-Gequatsche kann einem dumpfen Mann wie mir auch ganz schnell auf den Zeiger gehen, denn über eine delikate Angelegenheit zu reden, ist das Eine. »Besserer Sex« kommt aber hauptsächlich durch schieren Sex zustande, weniger durch langatmiges Problematisieren darüber. Aber diese schräge Realitätsferne ist das Los aller Ideologien und da macht der »real existierende Feminilismus« leider keine Ausnahme. Insofern hält sich mein männlicher Neid auf all die weibischen Schmuddeldebatten doch sehr in Grenzen. Für Tüpen, die sich sich zur Mangina-, Frauenversteher- und Weiße-Ritter-Fraktion zählen, mag das anders aussehen. Faktische (anatomische) Erkenntnisse liegen dank Internet und Co. jedenfalls in ausreichendem Maße vor – wann immer man danach Bedarf verspürt. Und deshalb wäre mein abschließendes Fazit zu diesem epochalen TAZ-Artikel wie folgt: Es bleibt kompliziert mit den Frauen.

 

Frauenbewusste Kriegsindustrie

Diese Meldung von Russia Today fand ich bemerkenswert: Frauen haben Führung des militärisch-industriellen Komplexes übernommen. Und ich Dummerle dachte immer, die Weiber seien das friedfertigere Geschlecht! Obwohl, wer schon einmal erlebt hat, wie Frauen untereinander streiten oder wie sie selbst nach Jahren und Jahrzehnten noch wegen vergangener Petitessen ausrasten können, weiß, dass man sich bei solchen Gefahrenlagen besser in einen sicheren Abstand zum femininen Streitsubjekt begibt. Die hören nämlich nicht auf, bis ihre Gegner restlos vernichtet sind. Aus reinen Marketinggründen würde ich allerdings in naher Zukunft ein paar millionenschwere Imagekampagnen vor allem in den arabischen Ländern empfehlen, damit die dort auch wissen, dass sie ab sofort von feminilistisch korrekten Bomben und Drohnen massakriert werden. Es lebe der Fortschritt!

 

Schamhaar-Styles

Wassn Glück, dass es die BLÖD-Zeitung gibt. Die hat neulich nämlich die aktuellsten Trends in Sachen Schamhaarfrisuren vorgestellt. Immerhin rasieren sich sage und schreibe 88 % der Frauen untenrum ihren Dschungel. Es geht sogar das Gerücht, dass einige von ihnen dazu diese toxischen Rasierer von Gillette benutzen! Was Frau Lorenz wohl dazu sagen würde? Außerdem: Wird eine Schamhaarfrisörin besser bezahlt als eine gewöhnliche Frisörin? Und warum liegen eigentlich keine Beauty-Tipps zu diesem Thema beim Frisör meines Vertrauens aus? Fragen über Fragen!

 


Kategorie: Male, Female

<- Zurück zu: Beiträge

 

Nach oben

12.08.2019

Ich bin krank.

Kat: Diverses