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Wiedervorlage: Empathy Gap Day am 11.7.

11.07.2019

Zweites Jahr der »Empathielücke gegenüber Männern«! Nein, da gibt es nichts zu feiern.

Der Autor Gunnar Kunz hatte bereits vor einem Jahr eine Bloggerinitiative angeregt, die den »Gender Empathy Gap« (Geschlechter-Empathielücke) zum Thema hatte. Historischer Anlass war das Massaker vom 11.7.1995 in Screbrenica (Bosnien) an ca. 8000 Männern und Jungen während des Jugoslawienkrieges – das größte Menschheitsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. »Frauen und Kinder« blieben von diesem Horror verschont; er betraf »nur« ebenso unschuldige, aber im allgemeinen Bewusstsein disponable Männer.

Als wäre dieser Genozid nicht schon für sich betrachtet unfassbar, so »tötet« die allgemeine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bzw. die Würdigung in den Medien diese rein männlichen Opfer quasi ein zweites Mal. Denn wann immer Kriegsverbrechen, Katastrohphen oder Unglücke passieren – sie haben erst dann einen journalistischen Wert, wenn die Phrase »...darunter xy Frauen und Kinder« darin untergebracht werden kann. Geht es nur um Männer, dann redet bzw. schreibt man von »Opfern« oder höchstens allgemein von »Menschen«.

Dieses Muster ist seit Ewigkeiten persistent und es zieht sich durch alle Lebensbereiche. Als zum Beispiel die afrikanische Terrororganisation »Boko Haram« 2014 ein paar hundert Mädchen entführte, war die ganze Welt in Aufruhr, waren die Medien skandalistisch aufgepeitscht und jeden Tag konnte man in den Gazetten empörte Zeilen dazu lesen. Dass Jungs und Männer schon immer in sehr viel höheren Fallzahlen von Gewalt, Krieg oder Vergewaltigung betroffen sind, findet in der öffentlichen Wahrnehmung keinen Niederschlag.

Stattdessen wurde z.B. einmal von einer gewissen Hillary Clinton zynisch bemerkt, dass Frauen deshalb am meisten unter Kriegshandlungen leiden, weil ihre Männer totgeschossen werden und ihnen damit der Versorger abhanden kommt (sinngemäß). Wie tief muss man sinken, um so zu denken?

Es gibt zahllose ähnliche Beispiele, etwa das Thema Beschneidung: Obwohl beim Thema »weibliche Genitalbeschneidung« die aufgeregten Meldungen in der Presse jedes Mal förmlich durch die Decke gehen, sind z.B. die Todesfälle bei männlichen Initiationsriten in Afrika mehrfach höher als bei den Mädchen. Das wird in unserer Hochleistungspresse allerdings nur mit einem Schulterzucken quittiert. Und es hört dabei nicht auf: Als es 2012 um die Frage ging, ob religiös motivierte Beschneidungen bei Jungs erlaubt sein sollten, war die unglaublich gefühlskalte Reaktion von Frau Merkel eindeutig. Sie meinte, mit einem Beschneidungsverbot mache sich »Deutschland zur Komikernation«. Ein weiterer Tiefpunkt des so oft in den Himmel gepriesenen »weiblichen Einfühlungsvermögens« – das existiert nämlich so überhaupt nicht.

Dabei wollte niemand diese religiöse Praxis per se verbieten. Es ging lediglich darum, solche Praktiken an wehrlosen Kindern (ohne jedes Mitbestimmungsrecht) zu verbieten. Wer meint, dies als Ausdruck seines religiösen Selbstverständnisses tun zu müssen, kann das als Erwachsener jederzeit tun.

Es muss beileibe nicht immer blutig zugehen mit dieser Geschlechterignoranz. Als damalige Familienministerin meinte einmal eine gewisse, mäßig intelligente Frau v.d. Leyen, dass sie kein Problem darin sähe, wenn die Mädchen die Jungs in ihrer schulischen Entwicklung überholen. Das ist schon lange der Fall. Für Mädchen gibt es millionenstarke Förderprogramme, obwohl der gesamtgesellschaftliche Nutzen solcher Maßnahmen extrem überschaubar bleibt. Er ist im Grunde nicht vorhanden. Wenn Jungs in ihrer (schulischen) Entwicklung scheitern, dann wird das stets damit begründet, dass sie charakterliche Defizite aufweisen: Zu wild, zu ungehorsam, zu undiszipliniert, zu unbequem etc. Mädchen dagegen muss man staatlich über Jahre und Jahrzehnte fördern – ohne jede Rechtfertigung und ohne nennenswertes Resultat.

Die Liste solcher Ungleichbehandlungen ist endlos. Für Feminilistinnen bzw. für den feminilistischen Staat ist das allerdings alles kein Problem. Selbst wenn es solche Schieflagen mal in die öffentliche Diskussion schaffen, werden derartige »Diskussionen« sofort mit dem Verweis auf ominöse »Patriarchate« oder gar mit Hohlphrasen wie »toxische Männlichkeit« beendet. Würde jemand von »toxischer Weiblichkeit« sprechen (die es natürlich in ganz ähnlicher Form auch gibt), dann wäre das sein Karriereende. Männer müssen sich als »Müll« beleidigen lassen (Sibel Schick), werden in der Werbung regelmäßig zum Lollo gemacht (Edeka-Werbung zum Vatertag) oder frau macht sich über »Male Tears« lustig. Wo angeblich »Männer mehr über ihre Gefühle reden sollten«, stößt Mann regelmäßig auf Häme und Verachtung, sobald er genau dies versucht. Was haben wir gelacht! Wo sind eigentlich die Nudelhölzer?

 

What happens next?

Niemand muss sich wundern, wenn inzwischen immer mehr heranwachsende Männer angesichts solcher Entwicklungen lieber einen Riesenbogen um langfristige Partnerschaften oder um eine Heirat machen. Das müssen sie sogar aus Gründen des Selbstschutzes. Im Fall einer Scheidung werden sie nämlich regelmäßig finanziell ausgenommen und/oder sehen ihre Kinder nie wieder. Mittlerweile hat jeder heranwachsende Mann jemanden in seinem näheren Umfeld, der durch eine solche familiengerichtliche Hölle gegangen ist. Man kann in heutigen Zeiten junge Männer nur davor warnen zu heiraten.

Es ist sonnenklar, wohin das führt. Nicht nur haben immer mehr Frauen inzwischen Probleme, verlässliche Partner zu finden. Langfristig leidet natürlich auch die allgemeine Leistungsbereitschaft der Männer und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung (Steuern zahlen, in die Sozialkassen zahlen usw). Wieso sollte sich ein Mann überhaupt in einer Gesellschaft aufreiben, die ihn als »giftig« qua Geschlecht oder als »Müll« behandelt? Ohne Lobby haben die Männer zwar keine Chance, ihre speziellen Anliegen zu thematisieren, aber dennoch ziehen sie aus solchen Entwicklungen ihre ganz eigenen Konsequenzen. Frauen – vor allem die feminilistischen – sollten wissen: Sex kann man auch kaufen (auch trotz Verbote) und kein gesunder Mann ist auf Frauen bei der eigenen Existenzabsicherung angewiesen. Es könnte also möglicherweise schlussendlich so ausgehen, dass Männer und Frauen im wesentlichen nebeneinander her leben, ohne gegenseitige Solidarität, ohne grundlegenden Respekt und ohne jede Empathie. Statt dass sich mehr Männer noch mehr (als jetzt schon) für die Anliegen der Frauen einsetzen, wird die Ellbogenmentalität exorbitant zunehmen. Nein, auch eine hochspezialisierte Industriegesellschaft kann ohne einen gewissen solidarischen Grundkonsens längerfristig nicht überleben. Die gesamtgesellschaftlichen Folgekosten können gar nicht kritisch genug eingeschätzt werden.

Sind alle Frauen so ignorant wie die, die sich täglich in den Medien mit ihrer Männerverachtung aufplustern? Natürlich nicht! Allerdings ist die Menge, die dieses neoliberale, geschlechterpolitische »Divide et Impera«-Prinzip durchschaut und sich nicht von angeblich »toxischen« Männern separieren lassen will, verschwindend gering. Was vielleicht an weiblicher Solidarität im näheren Familienumfeld noch funktioniert, prallt spätestens an der geballten frauenzentrierten Gesinnungsdiktatur in Funk und Fernsehen ab.

Im übrigen handelt es sich bei diesem Thema auch nicht um ein urdeutsches Phänomen. Überall dort, wo Frauen per feminilistischer Ideologie zur »Gleichstellung« in der Gesellschaft aufgewiegelt werden, erleben wir weltweit einen drastischen Einkommensverlust – und zwar beider Geschlechter. Denn die berufliche Gleichstellung bedeutet mitnichten, dass Frauen am Monatsende »gleich viel wie Männer« verdienen, sondern sie bedeutet de facto eine Einkommensminderung bei allen Berufstätigen. Die Einkommen werden soweit zurückgefahren, dass man als Single stets disponabel in der Verwertungskette ist und mit dem erzielten Einkommen gerade so über die Runden kommt. Das nennt man dann euphemistisch »Globalisierung«.

So wie sich die Sachlage darstellt, gibt es keine schnellen Lösungen. Viele Frauen sind vielleicht der Ansicht, dass »Papa Staat« auf Dauer die finanziellen Nachteile, die durch Versinglelung und Entsolidarisierung entstehen, auffangen kann. Noch kann er das tatsächlich, auch wenn er natürlich die geliebte Nestwärme nicht ersetzen kann. Aber ein Ende der frauenbevorzugenden Politik ist jederzeit möglich – eine veritable Naturkatastrophe reicht bereits aus; es muss also nicht immer ein »toxisch männlicher Krieg« (mit weiblicher Hurra-Begleitmusik) sein. Es ist klar, wer solche Einschnitte am ehesten überleben wird. Kleiner Tipp: Es sind die, die eine Gesellschaft technisch am Laufen halten können, die für Infrastruktur und Überlebensmöglichkeiten sorgen, die sich dann und wann sogar (bei Katastrophen z.B.) für das Allgemeinwohl aufopfern. Wer dies nicht mindestens respektiert und schätzt, hat keine Überlebenschance.

 


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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