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Alles wird gut

09.05.2019

Eigentlich sollte ich mich über diese Edeka-Werbung aufregen. Aber ich kann's nicht wirklich.

Es ist ja gut und richtig, dass Edeka für den jüngsten Werbespot zum Muttertag – und gegen die Väter – einen medialen Arschtritt verpasst bekommen hat. Die Werbeagentur, die diesen Bockmist verzapft hat, hat nämlich alle Grundregeln für erfolgreiches Marketing konsequent ignoriert. Es ist keine kluge Entscheidung, sich selbst anzupreisen, indem man andere (hier die Väter) quasi entmenschlicht bzw. ihnen indirekt den Daseinszweck abspricht. Damit erhält man zwar temporär (je nach Skandalisierungsgrad) eine gewisse Reichweite und Aufmerksamkeit, aber über das eigene Erzeugnis (die wunderbar heimelige Mütterwelt von Edeka) ist damit noch nichts Positives beim potenziellen Abnehmer/Konsumenten hängengeblieben. Und wie man in diesem speziellen Fall besonders gut sehen kann, vergrault man nicht nur die Mehrheit der Väter, sondern auch diejenigen Mütter, die diese Väter lieben, mit ihnen zusammenleben, mit ihnen schlafen (doch, soll ab und zu vorkommen), mit ihnen Kinder haben und existenziell auf sie angewiesen sind.

Da kennt also jemand im Werbestudio seinen Job nicht richtig und hat sich von allen Marketingtechniken ausgerechnet die ausgesucht, die am allerschwersten zu beherrschen ist (falls überhaupt). Der Zeitgeist gibt leider solchen (schlecht informierten) Berufsversagern auch noch vordergründig Recht, denn Männer – vor allem in der Geschmacksrichtung »patriarchalisch, weiß und heteronormativ« – waren in den vergangenen Jahrzehnten immer eine leichte Beute in der medialen Wahrnehmung. Ja, man könnte mutmaßen, dass die Werbefuzzies diesmal einfach zu faul vorgegangen sind.

Über die Macher dieses Edeka-Machwerks hat übrigens Gunnar Kunz noch einige erhellende Hintergründe ausgegraben. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für seine Recherche!

Aber die Empörungsmechanismen, die sich momentan gegen die Werbemacher entladen, machen – genau wie die Werbung selbst – mal wieder eher den Eindruck eines Strohfeuers, wie es dauernd bei solchen überdrehten Debatten aufflammt. Ob solche hitzigen Debatten über die Vorstellungen Edekas zu den Geschlechterrollen auf Dauer kriegsentscheidend sind? Ich bezweifle das.

Zumal schon 1-2 Tage, nachdem das deutsche Internet wegen Edeka förmlich auseinandergeplatzt ist, bei Spülgel-Online wieder ein heroischer und nicht weniger manipulativer Bericht über die »unbezahlte Mehrarbeit der Frauen« nachgeschoben wurde – einer der zahllosen abgestandenen Klassiker der feminilistischen Mythenbildung. Die Schlagzeile dieser Spülgel-Klitsche: »Frauen arbeiten weltweit mehr als Männer«. Besonders krass in diesem propagandistischen Pamphlet ist, dass genau diese Behauptung »...mehr als Männer« in der zitierten ILO-Studie (International Labour Organisation bei der UN) überhaupt nicht vorkommt, denn Männer waren gar nicht Gegenstand der Untersuchung.

Ebenfalls ein Klassiker ist das Titelbild des Artikels: Man sieht eine (weiße, blondierte) Frau, die mit zwei Kindern zwei identische Waschmaschinen mit Schmutzwäsche befüllt. Wer mag denn wohl das Geld verdient haben für diese üppige Haushaltsausstattung, hm? Und welche Familie verdreckt derart, dass gleich zwei dieser Maschinen simultan benötigt werden? Außerdem wollen wir bitte nicht vergessen, dass das Beladen von Waschmaschinen keine schweißtreibende Angelegenheit ist (das ist der Sinn von Maschinen); Wäsche aufhängen übrigens auch nicht. Das hab ich an mir selber in langen Studienreihen wissenschaftlich ausgetestet!

Hat nun die Empörung gegen Edeka (wahlweise gegen die Spülgel-Propaganda) irgendeinen lehrsamen Effekt? Kann sein, muss aber nicht. Angesichts der wirklich gravierenden Missstände wie Kindesentzug bei Scheidungen, Kuckuckskinder, Falschbeschuldigungen und Partnergewalt gegen Männer sowie diverse andere Monströsitäten, die oft existenzbestimmend oder sogar -gefährdend sind, muten Twitta-, Fakebook oder Youtube-Eskalationen wie die bei Edeka doch eher niedlich an. Über Nudelhölzer und Ohrfeigen wird ja immer noch in den Medien herzlich gelacht, newahr. Nicht mal die Genitalverstümmelung bei Jungs (medizinisch unnötige Beschneidung) ruft irgendein feminines Mitgefühl hervor. Gell, Frau Merkel?

Okay, vielleicht bilden Kampagnen wie bei Edeka einen ersten Trigger für die (männlichen) Schlafmützen, die bisher glaubten, man müsse bestimmten Weibern bzw. ihren medialen Zuflüsterern einfach alles durchgehen lassen. Sind doch nur Frauen!

Übrigens ist es psychologisch höchst interessant, dass das feminilistische Selbstbewusstsein des neuen »Zeitalters der Frauen« ausschließlich darüber funktioniert, den Kerlen dauernd gegen's Schienbein zu treten (im übertragenen Sinn). Zu viel mehr reicht es dann aber auch nicht. Solchen schlicht gestrickten Menschen mit ihrem strikten und festgezurrten Feindbild sollte Mann selbstverständlich so weit wie möglich aus dem Weg gehen.

 

11-Beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodekylcarbonat

Das dürfte den Frauen nicht gefallen: Die neuesten Latrinengerüchte kündigen mal wieder den »endgültigen Durchbruch der Pille für den Mann« an. Mit dem o.g. Wirkstoff wird angeblich die Spermienproduktion in den Hoden gestoppt. Immerhin wurde der Wirkstoff an sage und schreibe 40 Probanden getestet, wovon 10 ein Placebo erhielten. Einige der Testpersonen litten zwar an Gewichtszunahme und leichten Kopfschmerzen, andere hatten Erektionsstörungen, litten an Müdigkeit oder bekamen Akne, aber man will ja schließlich was verkaufen!

Ob das den Damen der Schöpfung auch gefällt? Aus der Vergangenheit wissen wir, dass jedes verdammte Mal, wenn so eine Nachricht durch den Äther rauschte, plötzlich die Zuverlässigkeit der Männer im Hinblick auf die Medikamentierung angezweifelt wurde. Außerdem mag kaum eine Frau so einen simplen Knebel (mögliche Schwangerschaft) gegenüber den Männern aus der Hand geben, erlaubt er doch den rechtmäßigen und justiziablen Anspruch auf eine männliche Existenzabsicherung, selbst wenn der Tüp gar nicht Papa werden wollte oder vielleicht nicht einmal der leibliche Vater ist.

Ich weiß, wie das mit dieser »Pille für den Mann« ausgehen wird, nämlich wie der berühmte »Schuss in den Ofen«. Aber evtl. möchten sich ja die frauenbewegten Manginas z.B. bei den Grünen für eine umfangreichere Testreihe zur Verfügung stellen? Dafür! Oder man belässt es dabei, dass nur der Grüne Vater werden darf, der den Namen des neuen Wirkstoffs vor einem Tribunal aus gestählten Feminilistinnen fehlerfrei aufsagen kann (natürlich ohne jede Beischlaf-Garantie; das geht extra). Spart evtl. Krankenkassenbeiträge!

 

Mal runterkommen

Es geht auch anders. Etwas abseits der bekannten Neuland-Hysterie lebt zum Beispiel »Grandma Shirley« im Internet, die für ihr Leben gerne »Skyrim« spielt. Auf ihrem Youtube-Kanal lädt sie regelmäßig ihre Gameplays hoch und erzählt dazu. Auch sie hatte anfangs einige dieser Hater, die fanden, dass alte Leute doch nicht einfach so Gamer werden können. Aber jedes Mal, wenn so ein Anwurf kommt, werden diese Fanatiker und Hassprediger von Grandma Shirleys Followern (»My Grandkids«) mittlerweile ordentlich zusammengestaucht – völlig zu Recht. Grandma Shirley ist inzwischen eine kleine Berühmtheit unter den Gamern. Einige Modder sind so begeistert von ihren Gameplays, dass sie ihrer Skyrim-Oma sogar einen eigenen Game-Charakter spendieren wollen. Rührende Geschichte!

Ebenfalls bewegend ist die Geschichte eines schottischen Comedians, den ich hier auch schon öfter vorgestellt habe: Gary Meikle, der Vater des berühmten »Eyebrow Girls«. Am besten einfach mal zuhören, wie es ihm im Leben ergangen ist:


Kategorie: Male, Female, Politik, Gesellschaft

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