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Wanna upskirt?

22.05.2019

Endlich gibt es einen neuen feminilistischen Skandal.

Nach diversen #aufschrei- und #metoo-Kampagnen war es zuletzt etwas ruhig geworden im epischen Endkampf zwischen den grundguten Frauen und dem ultimativ Bösen (dem Patriarchat®). Man weiß eigentlich nicht so genau, warum das so gekommen ist, denn angeblich waren doch immer alle, alle Frauen und jeder einzelne Mann fein säuberlich und zu jeder Zeit auf ihre Rollen festgenagelt – und das seit Äonen. Insofern hätte man doch auf etliche Sequels à la »Du hast mich letzten Sommer (voriges Jahr/im letzten Jahrhundert) sexistisch angesehen (berührt/angesprochen)« hoffen können. Zumindest deutete die behauptete Dramatik dieser Kampagnen stark darauf hin. Von diesem empörten Aufmerksamkeitspotenzial ist leider sehr schnell sehr wenig hängengeblieben und man fragt sich ganz naiv, ob dieser ganze Bohei letztendlich überhaupt eine belastbare Rechtfertigungsgrundlage besaß. Fazit: Die Marketingabteilung des Feminilismus hat noch einiges an Luft nach oben, wenn sie ihr empörtes Produkt in die Köpfe der Bürgerleins bringen will. Das war ein gebührenfreier Gratis-Tipp!

Hätte es diese aufklärerischen Twitta-Kampagnen allerdings nicht gegeben, wüsste ich bis heute noch nicht, dass ich als Tüp die Fähigkeit besitze, jede unschuldige Frau auf der Welt nur »mit den Augen auszuziehen«. Magic! Gut, bei manchen Frauen muss Mann dafür keine großen Anstrengungen aufbringen, aber das giltet in dem Zusammenhang jezz mal nich.

Zum Glück hat die FAZ endlich eine neue sexistische, klickzahlenstarke Epidemie ausgemacht: Upskirting. Das ist, wenn notgeile Tüpen den armen Frauen mit ihrem Smartphone unter den Rock fotografieren. Anscheinend passiert so was ständig, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Rolltreppen, eigentlich überall, wo sich diesen Lüstlingen die Gelegenheit dazu bietet. Es muss sogar im Internet ganze Foren geben, wo sich diese Kerle gegenseitig ihre »Trophäen« zeigen.

Wobei, so rein praktisch betrachtet, müssen die benutzten Smartphones bei solchen Schandtaten wahre Feature-Monster sein. Immerhin stellen der Weißabgleich (stark wechselnde Umgebungshelligkeit) und der Autofocus unter so einem weiblichen Rock doch allerhand technische Anforderungen an das jeweilige Gerät (also an den Fotoapparat im Handy, nicht an die Frau). Außerdem muss der Rock selber ja auch noch kameratauglich sein; knöchellange, wehende Stoffe tauchen schon mal nix für solche Schnappschüsse. Und wie beweist Mann eigentlich, dass die Aufnahme authentisch ist, nicht gephotoshopt oder aus einem Versandkatalog heraus kopiert wurde? Lassen sich diese verklemmten Amateurfotografen das Motiv von der jeweiligen Motivinhaberin quittieren? Apropos Motiv: Warum sollte man (hoffentlich) beslipte Frauen unterm Rock fotografieren, wenn das vermutete Geheimnis, das solche Aufnahmen einfangen, nicht mal fünf Klicks weiter in einem anderen Schmuddelforum ohne jede Mühe zu haben ist? Was machen diese slipsüchtigen Kellerkinder eigentlich im Winter? Fragen über Fragen!

Ungeachtet all der technischen oder sozio-kulturellen Aspekte in dieser schlüpferischen Angelegenheit besteht die eigentliche Schande des neuen Trends jedoch in etwas völlig anderem, nämlich in der »Nichtstrafbarkeit«. Solche Fotos fallen leider bisher (zumindest in Deutschland) durch das gewöhnliche Verbrechensraster. In Kleinbritannien ist man da schon weiter: Seit April gilt Upskirting dort als Straftat und kann mit bis zu zwei Jahren lebenslänglich geahndet werden! Ähnliches will man bzw. frau auch hierzulande erreichen, und zwar mit einer Petition (was sonst). Dort haben sich auch schon 45.000 Personen empört eingetragen. Soweit ich mich erinnere, müssen sich die Palavermente ab einer Anzahl von 50.000 Petentierenden zwingend die »War was?«-Frage stellen, also öffentlich drüber diskutieren. Spannung pur! Bald auf Phoenix!

Immerhin ahnen die Fachfrauen für antisexistische Empörung, dass nicht alles, was man in Antisexgesetze hinein packt, am Schluss auch zu einem möglichst sterilen Alltag, frei von jeder sexuellen Konnotation führt:

Rechtsanwältin Wolf fordert, dass bei einer möglichen Gesetzesänderung vorher genau überlegt wird, wie ein Paragraph aussehen muss – damit er sinnvoll sowie praktisch anwendbar ist und sich inhaltlich nicht nur explizit auf Upskirting bezieht, sondern das Problem von Übergriffen im öffentlichen Raum und digitaler Gewalt gegen Frauen grundsätzlich thematisiert.


Aha! Da steht also schon gleich die nächste Petition in den Startlöchern: Digitale Gewalt gegen Frauen verbieten! Subito! Ob mehr Gesetzeswut allerdings den Belästigungsalltag herkömmlicher Frauen auf Dauer entschärft (entschärft, haha), bleibt jedoch ungewiss. Die FeministIN und ehemalige JustizministerIN Heiko Maas hat uns bislang jedenfalls noch nicht verraten, ob sein damals eingebrachtes »Nein heißt Nein«-Gesetz zu irgendeiner Verbesserung im heterosexuellen Gemetzel geführt hat. Dass es der MGTOW-Fraktion mehr Zulauf verschafft hat, ist schon klar, aber sonst? Naja, wahrscheinlich hat Frau Maas gar keine Zeit, sich mit seinem Geschwätz von gestern zu beschäftigen, weil er momentan zu sehr damit beschäftigt ist, in diversen transatlantischen Hintern rumzukriechen. Schließlich gilt es, Kriegsvorbereitungen gegen die russischen Provinzen Iran und Venezuela in Gang zu setzen!

 

Berufsbild Meerjungfrau

Nachdem der »Girl's Day« auf die Berufswahl von Mädchen und jungen Frauen eher keinen Einfluss hatte, will die geliebte deutsche Bundesregierung nun doch temporär auf Professionen mit größerem Niedlichkeitsfaktor setzen. Inspiriert wurde sie u.a. durch die israelische Fakebook-Gruppe der Meerjungfrauen, die Spülgel-Online neulich bundesweit vorstellte. »Ich finde das prima«, kommentierte die Quotenprinzessin Kramp-Flossenwunder, »so können auch Frauen mit nicht so viel Ausstrahlung, wie ich sie habe, zu nützlichen Ohnegliedern in der Gesellschaft werden«. Aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit soll es aber auch männliche »Meerjungfraumänner« (wie bei »Spongebob«) geben. Ein glatter Sieg für die Frau an und für sich!

 


Kategorie: Male, Female

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