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< »Vernunft hat nicht gerade Hochkonjunktur«
   

Blöd gelaufen

10.03.2019

Nicht mal Frauentach könnense: Die SPD in Berlin musste dummerweise schon am 7. März Blumen an Frauen verschenken.

Weil Berlin den Frauentach zum gesetzlichen Feiertag gemacht hat, kann die SPD natürlich keine Blumen zum eigentlichen Hochamt (also dem international gefeierten 8. März) koofen. Schließlich hat ja kein Laden auf, newahr. Das tut mir jezz aber leid. Obwohl, tut mir doch nicht leid, stelle ich gerade fest.

Besonders originell ist diese florale Geste eh nicht. Das findet auch die berüchtigte Julia Bähr, die sich einmal mehr in der FAZ darüber beschwert, wie grausam sich weibliche Schicksale im hundsgemeinen deutschen Patriarchat darstellen. Deshalb lehnt sie auch brüsk die Blumenofferten an diesem hysterischen Tag ab. Na, dann eben nicht. Wieder Geld gespart.

An sich ist ihr Artikelchen durchaus schlüssig geschrieben – sofern man sich von den üblichen medialen Mythen der Dauerunterdrückung einlullen lässt. »Faire Löhne« möchte Frau Bähr zum Beispiel für die Frauen. Nun sind faire Löhne im »größten Niedriglohnland Europas« so eine Sache, aber ich würde vielleicht mal bei solchen frauenbewussten Frauen wie Frau Merkel, Frau Nahles oder den mäßig intelligenten Gruselweibern von den Grünen nachfragen – schließlich haben uns insbesondere die Letzteren seinerzeit den weitläufigen Niedriglohnsektor zusammen mit den Spezialdemokraten eingebrockt. Vielleicht lässt sich da ja was machen und die Entscheidungsträgerinnen lassen mal ein paar Euro für die Millionen Paket­lieferantinnen, Bus- und LKW-Fahrerinnen, Straßenbauerinnen oder Müll­arbeiterinnen springen.

Nett auch, dass uns Frau Dingens nochmal an die kongenial frauenfreundliche Aktion zum letztjährigen 8. März durch den Drogeristen »Rossfrau« erinnert (die mit dem penislosen Hengst im Logo). Die Blitzmerker von Rossfrau hatten damals im Zusammenhang mit dem heiligen Frauentach Rabatte ausgerechnet auf Windeln und Putzmittel gewährt. Eigentlich ist das doch Realsatire auf allerhöchstem Niveau, finde ich. Mist, dass mir das nicht eingefallen ist.

Der mit viel Tamtam angekündigte »Frauenstreik« am heiligen Frauentach könnte sich möglicherweise auf längere Sicht für das schwächelnde Geschlecht als wahrer Segen erweisen. Endlich mal ein Tag ohne Zickenkriege im Büro! Keine halb­nackten »Papierstaus« oder »leere Tonerkartuschen« mit Schlafzimmerblick am Kopierer! Endlich mal ein Tag ohne Quotenweiber! Powerpoint funktioniert einwandfrei! Meetings dauern nur halb so lange! Man wird nicht angesaugt, weil man die eigene Tasse nicht gespült hat! Und vor allem mal ein Tag, an dem man die systemische Notwendigkeit von Frauenbüros, Gleichstellungsbeauftragten, feminilistischen Journalistenden und ähnlich überflüssigen Landplagen ad absurdum führen kann! Denn natürlich wird rein gar nichts im alltäglichen Gewusel zusammenbrechen, nur weil ein paar Feminilistinnen pathetisch rumstreiken. Last but not least: Beim Frauentach kann Mann den ganzen Bürotag auf Pornhub surfen und schlüpfrige Zoten mit den Kollegen reißen. Schließlich reden die Tüpen über nix lieber alswie über Frauen, weiß frau doch.

Siehste, so leistet dem Feminilismus sein Streik am Ende seiner Tage doch noch etwas für die Männer. Wer hätte das gedacht. Ich bin ganz gerührt.

Auch für die Kerle von der TAZ läuft es am Frauentach gar nicht so schlecht. Da produzieren nämlich ausschließlich die Kolleginnen dieses Femi-Käseblatt. So gesehen ist der gesetzliche Feiertag in Berlin am 8.3. dann vor allem ein bezahlter freier Tag für die Männer; auch nicht schlecht.

 

Schweden, das Saudi-Arabien des Feminilismus

Zur beliebten »Smash The Patriarchy«-Attitüde gehört untrennbar seit jeher eine gestandene Verbots-Folklore, die sich vor allem um halbseidene Themen dreht. Frauen haben generell einen auffällig starken Hang nach Kontrollsucht über alle orgastischen Fragen dieser Welt: Wer mit wem, zu welchen Konditionen, wie oft, warum oder womit – das findet vor allem das gefönte Geschlecht äußerst spannend. Fifty Shades Of Control!

Nachdem z.B. in Schweden schon so einiges an Schmuddelkram verboten bzw. ins Baltikum outgesourced wurde (Puff-Tourismus), soll nun den Sexrobotern der Stecker gezogen werden. In der schmutzigen Fantasie einiger schwedischer Feminilistinnen führen solche Apparate nämlich zwangsläufig zu sexuellem Missbrauch und zu Pädophilie. Das läuft nach deren Meinung genauso ab wie bei der Einführung des Internets, als damals Unmengen an Schmuddelkram eine Verringerung der Vergewaltigungszahlen zur Folge... Moment mal, schlechtes Beispiel. Aber trotzdem! Darum! Es kann ja wohl nicht angehen, dass irgendwelche Tüpen selbständig darüber bestimmen können, durch was oder wann sie sich stimulieren lassen wollen! Wo kämen wir dahin? Das ist seit jeher Frauensache!

 

Mal einen orgeln

Was frauenbesoffenen Übereifer angeht, steht Kleinbritannien gleich hinter Schweden. Wie »A Voice For Men« nämlich berichtet, wollen britische Bischöfinnen alle Orgelpfeifen als »Instrument toxischer Männlichkeit« verbannen. Nicht nur sind diese länglich-steifen Pfeifen ein besonders perfider Ausdruck maskuliner Dominanz in den englischen Kirchen. Eine feminilistische »Musikolistin« hat sogar in Beethovens »Ode an die Freude« eine maskuline Toxidität in den »patriarchal-phallischen, stoßenden Anfangsnoten der Sinfonie« entdeckt.

Immerhin verstehe ich dadurch jezz endlich, warum es den Brexit gibt. Schließlich ist der Beethoven-Schlager die Hymne der Europäischen Union.

Viva Ann Foul, Bischöfin von Bristle, erklärt:

»Pfeifenorgeln tendieren dazu, laut, aggressiv, dominant und überwältigend zu sein. Dies sind typisch männliche Eigenschaften, wie uns die letzte Gillette-Werbung demonstriert hat. Die großen, aufgerichteten Pfeifen, oft völlig ohne Verkleidung (»on naked display« im Originaltext) präsentiert, sind sexuelle Symbole viriler Männlichkeit. Manche Orgeln sind so groß und haben soviele Pedale, dass Frauen sich marginalisiert fühlen, denn es braucht männliches Testosteron, um die Instrumente bedienen zu können«, meint Foul.


Hm, ich überlege gerade: Wenn man diese sogenannten »kritischen Inseln« vom europäischen Festlandsockel sprengen könnte, hätten wir doch den Golfstrom ganz für uns alleine, oder? Mal Fernsehprofessor Lechz fragen.

»Ich weiß, dass es süßere, sanftere und femininere Pfeifen gibt. Aber sie werden zur Unterwürfigkeit verdammt durch die erschlagende Maskulinität der Gravissima (64ft), der Contra Bombarde (32ft), der Contra Trombone (32ft), der Ophicleide (16ft) und der Contra Tuba (16ft)«, sagte Foul in ihrer Powerpoint-Präsentation.


Überhaupt ist die englische Kirche anscheinend ein Sündenpfuhl an männlicher Überheblichkeit. Wie die erste Transgender-Bischöfin Jenny-Josiah Jimplecute feststellte, werden in englischen Kirchenliedern Polygamisten wie König Salomon verherrlicht, der angeblich 700 Frauen hatte. Und die mussten sich auch noch den Wohnraum mit 300 königlichen Stachelschweinen teilen, behauptet sie.

Okay, ich geb's zu: Das war alles nur dunkler britischer Humor! Doch tatsächlich ist es schon passiert, dass die abstrusesten Ideen sich plötzlich im Portfolio frauen­besoffener Geschlechterkrieger und -innen wiederfanden, etwa der Hoax »Free Bleeding«, der sich per Lichtgeschwindigkeit über Twitta verbreitete und zum ernstgemeinten Anliegen der Frauenbewegung wurde. Das kann man sich nicht ausdenken.

Außerdem gibt es ja auch ein paar durchaus reale Probleme, die man nicht einfach so ignorieren kann, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Frauen im Gegensatz zu Männern in Drogerien ca. ein Drittel mehr für rosa Tampons zahlen müssen (hab ich mal gelesen). So gemein!

Sad and useless

Wie das gewöhnliche frauenbewegte Powergirl ganzjährig so wahrgenommen wird, zeigt uns aus gegebenem Anlass diesmal die Seite »Sad and useless«. Ja, so sind se, die empowerten Hat Pussys:

  • Believes in freedom of speech – until it offends her.
  • Hates capitalism – goes to private liberal art college.
  • Fights the corporate agenda – by changing her facebook status.


Es ist wirklich so: Die würden auch an toxische Orgelpfeifen glauben und kilo­meter­lange Petitionen dagegen in die Welt setzen. Es ist aber auch ein Kreuz mit dieser Dummheit, denn natürlich erkennen dumme Weiber ihre eigene Blödheit nicht. Sonst wären sie ja nicht dumm. Manchmal ist man ja versucht, selber dumm zu sein, weil man dann öfter mal auf das Mitleid und die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen zählen kann. Aber bei Feminilismus hört der Spaß dann doch auf. Das wünscht man keinem.

Insgesamt, würde ich sagen, ist der diesjährige Feiertach der Frauen bisher gut verlaufen. Alle haben – trotz Frauenstreik – überlebt, eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keiner Zeit bestanden. Wir bedanken uns bei allen Teil­nehmer­Innen für die gelungene Unterhaltung!

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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