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Hört mal, SPD!

08.02.2019

Sorry, aber ihr seid fürs Internet einfach zu dumm.

Das will ich doch gerne weiterverbreiten: Da hatte die Website »Tichys Einblick« eine recht detaillierte Recherche betrieben, in der es um die Beteiligungen der SPD an diversen Presseunternehmungen in Deutschland geht. Das ist eigentlich keine große Neuigkeit, denn diese Pressenetzwerke, in denen die SPD ihre Finger stecken hat, gibt es schon ewig und sie waren auch früher schon mal hier und da Gegenstand journalistischer Untersuchungen.

Relativ neu ist vielleicht lediglich die Erkenntnis, dass auch bei vielen (ländlichen) Kleinstzeitungen im Hintergrund der SPD-Mief in Form von Beteiligungen wabert. Man kann also ohne Übertreibung mutmaßen, dass es mit solchen Dingen wie »Vielfalt, Pluralität und Diversität«, also mit Begriffen, die gerade die SPD immer wieder gerne für sich reklamiert, doch nicht so weit her ist. Denn diese Zeitungen werden sicherlich selten etwas anderes als die Meinung verbreiten, die ihre stillen Geldgeber sich gerne wünschen. Das ist ein systemisches Problem der Medienlandschaft hierzulande – und zwar nicht nur in Bezug auf die SPD.

Es gefiel der SPD gar nicht, dass TE (Tichys Einblick) so was (möglicherweise) Entlarvendes über sie recherchiert. Und so drohte sie TE mit einem Prozess, worauf TE den ursprünglichen Artikel aus dem Netz genommen hat, weil die wiederum keine Ressourcen haben, um teure Prozesse gegen diese klandestine und übermächtige Partei durchzustehen.

Das war sehr dumm von den Sozen. Denn natürlich greift bei solchen Zensur­versuchen sofort der berüchtigte Streisand-Effekt, denn das Internet vergisst einfach nichts. (Nachtrag alternativer Download des zugehörigen Berichts (PDF) bei Sciencefiles.org, für diejenigen, die die o.g. URL nicht aufrufen können – THNX Fiete für den Hinweis)

Das Ganze ist besonders pikant, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass ausgerechnet die Zeitungsboten von der Einführung des Mindestlohns seinerzeit ausgenommen wurden. Aber das hat latürnich überhaupt nix mit den vielfältigen Beteiligungen bei all den Zeitungen und Käseblättern zu tun, gelle SPD? Ihr seid doch »die Partei des kleinen Mannes« – pardon: der kleinen Frau, denn von den Männern wollt ihr ja schon lange nichts mehr, im Gegenteil: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden (SPD-Parteiprogramm).

Die SPD hätte, wenn sie TE nicht sofort mit Verbotskeule gedroht hätte, wahr­scheinlich noch Jahre lang mit TE und allen anderen darüber palavern können, wie doll unabhängig ihre Presseorgane doch angeblich sind, dass die von TE aufgedeckten Verflechtungen allesamt harmlos und höchst demagogisch, äh demokratisch geeicht sind usw. Aber nein, die SPD bläst gleich zum Frontalangriff wie jemand, der bei krummen Geschäften erwischt wurde.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die SPD in den letzten Jahrzehnten einen merkwürdig morbiden Hang zur Bedeutungslosigkeit entwickelt hat. Daran hat auch die grauenhafte Sängerin und SPD-Vortänzerin Nahles bisher nichts Substanzielles ändern können, obwohl sie doch speziell ihre sakrosant-weiblichen Eigenschaften zum Rettungsanker dieser einstigen Volkspartei erhoben hatte. Hat wieder nicht geklappt, das mit dem Frauengedöns.

Übrigens danke an Uepsilonniks für den Hinweis!

 

Noch mehr Gedöns

Ziemlich ernüchternd war auch das Ergebnis, das die frauenfixierte Maria Furt­wängler erhielt, als sie neulich die Repräsentanz des gefönten Geschlechts in den sozialen Medien in einer Studie hat untersuchen lassen. Dabei kam nämlich raus, dass Frauen im Internet tatsächlich klischeehaft am liebsten über ihre Beauty-, Bastel- und Kocherfahrungen berichten (Beauty am meisten). Komisch, warum überrascht mich das jezz nicht?

Für Frau Furtwängler ist das insofern sehr traurig, weil sie sich von der nächsten und übernächsten Generation der Frauen doch etwas mehr Ernsthaftigkeit und eine größere Themenvielfalt gewünscht hätte. Immerhin trommelt die Politik seit gefühlten Ewigkeiten auf allen Ebenen für einen größtmöglichen weiblichen Anteil in allen gesellschaftlichen Bereichen. So wie's aussieht, waren all die teuren Kampagnen, Förderprogramme, Girl's Days, die neuen Rollenbilder usw. leider doch wieder fürn Eimer. Das ganze hitzige Gerede um Themen wie Patriarchat, hegemoniale Männlichkeit, Sichtbarmachung von Frauen, Quoten oder neuerdings die Bevorzugung der Frauen in Palavermenten hatte offensichtlich null (in Worten 0) Effekt auf das Verhalten des gemeinen Fußvolks, sondern zirkulierte immer nur als Thema innerhalb einer sehr kleinen Clique von feminilistischen Klugscheißerinnen (und ihren devoten Pudeln).

Genauso enttäuschend in geschlechterpolitischer Hinsicht war das Ergebnis einer Studie zu mehr Weiblichkeit in (börsennotierten) Firmenvorständen, wie ebenfalls die FAZ berichtete. Denn wie die Ökonominnen Agata Maida von der Universität Mailand und Andrea Weber von der amerikanisch-ungarischen Privatuniversität CEU herausfanden, bedeutet ein größerer weiblicher Anteil in solchen Firmen­vorständen nicht automatisch eine Vorbildfunktion für andere Frauen. Diese sog. »Goldröcke« bleiben also mehr oder weniger unter sich und führen trotz aller ursprünglichen Prognosen nicht zu mehr weiblichen Karrieren in diesen Firmen. Die berühmte »gläserne Decke« will einfach nicht verschwinden.

Insgesamt lassen einen diese Studienergebnisse also ziemlich ratlos zurück. Nichts scheint geeignet, um den angeblich seit Äonen unterdrückten Tatendrang der Weiber endlich einmal aus dem heteronormativen Korsett zu befreien. Nein, die Frauen lackieren sich anscheinend doch lieber die Fußnägel, als sich z.B. mal um die Entwicklung von aufblasbaren Druckern o.ä. zu bemühen. Ein weiblicher Steve Jobs oder ein weiblicher Elon Musk (auch wenn ich die beiden noch nie ausstehen konnte) muss erst noch gebacken werden. Im nächsten Jahrtausend dann vielleicht. Ich warte so lange, versprochen!

 


Kategorie: Politik, Gesellschaft, Male, Female

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