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Der klebrige Claus

08.04.2019

Nur als Kriegstreiber professionell: Claus Kleber.

Die Krähen der »öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten« (Georg Schramm) hacken sich untereinander tatsächlich kein Auge aus. Claus Kleber, seines Zeichens transatlantischer Populist und kriegslüsterner Vortänzer der Hauptnachrichten im ZDF, hat dem Terminus »Fake News« eine neue Dimension verliehen – aber niemanden aus den übrigen Plapperbuden der Medien scheint das großartig zu stören. Kleber kündigte nämlich mal eben aus der Hüfte geschossen den (theoretischen) Kriegsfall der NATO und einen erneuten deutschen Russland-Feldzug an:

„Guten Abend, zu Wasser und zu Luft sind heute Nacht amerikanische, deutsche und andere europäische Verbündete unterwegs nach Estland, um die russischen Verbände zurückzuschlagen, die sich dort wie vor einigen Jahren auf der Krim festgesetzt haben.“


Aber halt! Das war doch alles nur ein Spaß! Dieser klebrige Schwadroneur hat das doch nicht ernstgemeint! Er ist immerhin ein Gutmensch! Und was haben wir gelacht: Das war mal mindestens so lustich wie damals im Golf von Tonkin, als die USA mit einer klitzekleinen Notlüge zum Vietnamkrieg förmlich gezwungen wurden oder wie bei diesen »getöteten Babys in kuwaitischen Brustkästen« bzw. den »Massenvernichtungswaffen im Irak« und bei den unzähligen anderen aufgekratzten Kriegslügen, die sich der Westen und insbesondere sein Kettenhund NATO bislang aus den Fingern gesogen haben.

Es ist mitnichten so, dass Kleber und seine kriegsgeile Redaktion nicht wüssten, dass der allzu laxe Umgang seiner Zunft mit historischen Wahrheiten schon oft zu übelsten kriegerischen Katastrophen geführt hat. Einen Krieg herbei zu schreiben oder zu reden, ist nämlich keine große Kunst. Seine nachträgliche Kommentar-Entschärfung à la »...ist doch nur eine theoretische Kriegserklärung, verehrte Damen und Herren; nun hamse sich ma nich so!« kann Kleber sich also getrost dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint. Das ist weder lustig noch diplomatisch, noch entspricht es einfachsten journalistischen Standards.

Was hat diese Unperson in den letzten Jahren nicht alles dafür getan, um sich und seinen NATO-hörigen Kollegen und stiefelleckenden US-Propagandisten das Flair der Objektivität und vor allem ein aktionistisches Mandat zur Weltenrettung anzudichten. Ganz entrüstet und sogar einstückweitempört war Kleber einmal, weil sich anscheinend doch nicht alle treudoofen Medienkonsumenten seiner NATO-Hetze einfach so ergaben, weil sie genauer hinsahen oder sich – oh Himmel – sogar woanders als bei ihm informiert hatten – und dann auch zu gänzlich anderen Schlussfolgerungen kamen als er.

Kleber ist das genaue Gegenteil der Verkörperung eines »gewissenhaften Journalismus« – und war es von Anfang an, seit er das Flagschiff des ZDF gekapert hat. Dabei ist es völlig egal, ob er von Frau Merkel, Herrn Stoltenberg, Herrn Bolton oder sonstwem direkt bezahlt wird, um diese haarscharf an einer tatsächlichen Konfrontation vorbei schrammenden Hetze durch die Welt zu posaunen. Das war ja immer seine fade Ausrede: Es gäbe gar keine Frau Merkel, die ihm die Nachrichten diktiert; das käme alles aus ihm selber bzw. aus seinen dubiosen politischen Überzeugungen. Alsob Merkel das bei so einem biegsamen Bückling wie ihm jemals benötigt hätte! Nein, die Sache lief genau andersrum: Er wäre von vornherein gar nicht an diese Stelle gekommen, wäre er nicht genau der Kriegstreiber, den die NATO oder die Rüstungslobby in dieser Position braucht.

In dieser Eigenschaft gleicht er übrigens genau seinem Vorgänger und BRD-Wahrheitsfrisör Steffen Seibert (der momentane notorische Lügenbaron des Merkel-Regimes). Die scheinheilige Entrüstung unserer Höchstleistungsjournalisten über Fake News und Propaganda ist alles mögliche, nur nicht »objektiv«. Gut, der Regierungsseibert braucht da wenig vortäuschen, denn er ist ja qua Beruf schon zum Schönreden und Dummquatschen verdonnert. Kleber hat diesen amtlichen Lügen-Bonus nicht.

Auch haben sich die Russen keinesfalls auf der Krim »festgesetzt«, wie Kleber das ausdrückt. Sie waren schon lange vorher dort, sehr lange. Komisch auch, dass während der Loslösung der Krim von der Ukraine kein einziger Schuss gefallen ist und sich die Krim-Bewohner mit überwältigender Mehrheit für einen Beitritt zur Russischen Förderation entschieden haben. Das klingt leider ein bisschen anders als die großartigen demokratischen Projekte, die unser geliebter Wertewesten mal eben in Syrien, in Libyen, in Afghanistan oder neuerdings in Venezuela angeschoben hat.

Und wo wir schon dabei sind: Hat eigentlich die BRD seinerzeit die DDR ebenfalls »annektiert«? Manche Haarspalter legen das so aus. Konsequent wäre es jedenfalls. Langweilige freie Wahlen sind jedenfalls für unsere TV-Dampfplauderer noch kein Kriterium, nach dem man einen Regimewechsel beurteilen darf. Wenn es nach der Meinung der vielen selbsterklärten »Experten« des öffentlichen Staatsfunks geht, dann gilt nur ein gewaltsamer, korrupter und blutiger Putsch wie in der Ukraine als Ausdruck für einen unbändigen »demokratischen« Veränderungswillen. Demnächst vielleicht in Venezuela!

Beim ZDF hat man anscheinend in den letzten Jahren generell ein merkwürdiges Geschichtsverständnis entwickelt. Die Polen sind z.B. mächtig angefressen, weil das ZDF ohne jede Not ständig von »polnischen KZs« spricht. Auch wenn einige historische Quellen von einer antisemitischen Stimmung in der damaligen polnischen Gesellschaft ausgehen, so ist der Terminus »polnische Konzentrationslager« gerade von einem deutschen Massenmedium nur mit spitzen Fingern anzufassen. Über diese Geschmacklosigkeit gab es sogar einen handfesten Rechtsstreit.

 

Dummer alter Mann

In Klebers Fall wären sogar solche blumigen Stigmatisierungen wie »alte weiße Männer« ausnahmsweise mal angebracht gewesen. Und tatsächlich: Von seiner Sorte gibt es leider viel zu viele. Solange sie so gestriegelt und saturiert ihre gut bezahlten, abgestandenen Wahrheiten replizieren, haben Feminilistinnen eh kein Problem mit ihnen. Im Gegenteil: Der klebrige Claus gilt den ZDF-Schlafschafen als adretter Mann von Welt, als Vorkämpfer irgendwelcher halluzinierten »Neuen Weltordnungen« und »neuer Rollenmodelle«, obwohl er inhaltlich eher den geistigen Horizont einer gut geölten Gaunerbude repräsentiert. Nein, nicht alles, was einen Anzug und eine Krawatte spazieren trägt, ist ein respektabler Mann!

Wer es in diesem Betroffenheits- und Empörungszoo »öffentlich-rechtliche Medienanstalten« heutzutage zu etwas gebracht hat, dem darf man vielmehr mit ruhigem Gewissen Obrigkeitsfixierung und eine unentschuldbare Einseitigkeit unterstellen. Das ist nämlich mittlerweile Einstellungsvoraussetzung beim ZDF (nicht nur dort). Die Glaubwürdigkeit dieser Medienfuzzies bewegt sich inzwischen tatsächlich noch unter dem Niveau von hütchenspielenden Gebrauchtwagenhändlern.

 

NATO-Hammel

Ausgerechnet bei der Abstimmung über den Antrag der Koalitionsfraktionen für ein klares deutsches Bekenntnis zur NATO fehlten der SPD und Union plötzlich Abgeordnete - per »Hammelsprung« musste über den Antrag zum Kriegsbündnis zwangsentschieden werden. Mit diesem etwas antiquarisch anmutenden palavermentarischen Gimmick wollte man dem müden Engagement in Sachen Bündnistreue doch noch etwas transatlantischen Glanz verleihen. Aber man sollte sich hüten, aus diesem Anekdötchen irgendeinen rebellischen Zeitgeist gegen die militärische Vereinnahmung bzw. Einheitskost US-amerikanischer Machart zu konstruieren. Viel zu oft haben unsere Abgeordneten in der internationalen Politik eben kein Rückgrat bewiesen, vor allem seit Merkel in Berlin das Sagen hat.

Solange sich die deutsche Außenpolitik nur darin erschöpft, gegen diesen Poltergeist Trump zu sein, kann man von einer aktiven und vor allem selbstbewussten Außenpolitik sowieso nicht reden. Kriegsverbrecher Obama ist ja trotz seiner zahlreichen rechtswidrigen Drohnenbombardements ein willkommener Gast in Berlin. Er sieht aber auch immer noch unverschämt gut aus, gell Frau Merkel? Bei soviel Flair und Schaumschlägerei schaut eine Frau Merkel eben nicht so genau hin. Da ist sie ganz Bauchmensch.

Bei soviel offensichtlicher Indoktrination wie von diesem Kleber hat der öffentlich-rechtliche Staatsfunk den letzten Rest an Integrität verloren. Nein, das kann man auch nicht mit ein paar hübschen Naturdokus wieder rausreißen. Wir brauchen niemanden, der uns Kriege oder Kriegsvorbereitungen an die Backe labert. Ersatzlos streichen, diesen unerträglichen Mist!


 


Kategorie: Politik, Gesellschaft

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